Redebeitrag: „Die unmenschliche Maschinerie – Wer übernimmt die Verantwortung?“

Lest hier den Redebeitrag, den ein Genosse bei der diesjährigen Demo gegen den Abschiebeknast in Glückstadt am 07.06.26 gehalten hat:

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Menschen,

​als ich als Ingenieur nach Europa kam, hätte ich mir das hier niemals vorgestellt. Ich kam hierher, um mich weiterzuentwickeln, um zu arbeiten und mein Wissen einzubringen. ​Aber was habe ich erlebt? Lager, Duldung, Krankenwagen, Gerichte und Polizei. Heute ist es im Asylverfahren normal, dass Menschen traumatisiert und wie Kriminelle behandelt werden.

​Hinter den Mauern dieses Gefängnisses sitzen diejenigen, die in ihrer Heimat Opfer von Gewalt waren und hier Schutz gesucht haben. Sie sind keine Gefahr für die Gesellschaft! Und doch sperrt man sie hier ein. Was hier passiert, zerstört Menschen psychisch und physisch.
Diese Wunden bleiben ein Leben lang.

​Und ich frage euch heute: Wer übernimmt dafür die Verantwortung?

​Wer ist verantwortlich für diese Gewalt? Wer ist verantwortlich für die Verschwendung von Steuergeldern, die in diese unmenschliche Maschinerie fließen?

​Meine 7-jährige Erfahrung zeigt: Menschen flüchten, weil sie ein besseres Leben suchen. Einsperren löst kein Problem. Die Abschiebungen sind absolut unwirksam. ​Anstatt Menschen wegzusperren, müssen wir ihnen Perspektiven geben. Durch Bildung und Respekt können wir Menschen stärken. Menschen, die dieser Gesellschaft helfen können – und die später vielleicht ihr eigenes Land wieder aufbauen.

​Wir dürfen nicht länger wegschauen! Die Verantwortlichen müssen antworten! Lasst uns gemeinsam laut sein!

​Stoppt die Abschiebungen! Schließt dieses Gefängnis!

​Auf Freiheit!

6.6.26 NB

Bild: Bildwerk Rostock