Am 30. Juli organisieren Women in Exile MV einen PolDo in Solidarität mit den Frauen in Afghanistan. Hier findet ihr mehr Infos zur Veranstaltung.
Infoabend: Solidarität mit den Frauen in Afghanistan
Wann? 30. Juli 2026, 19 Uhr
Wo? Peter-Weiss-Haus (Doberaner Straße 21, Rostock)
Im Juni wurden in Herat Frauen, die für ihre Rechte demonstrierten, von den Taliban gewaltsam festgenommen, misshandelt und verschleppt. Die Taliban gehen brutal gegen jeden Widerstand vor – und die Welt schaut zu oft weg.
Wir schauen hin!
Beim PolDo am 30.7. berichten Aktivist:innen aus Afghanistan über die aktuelle Lage dort. Seit der Machtübernahme der Taliban 2021 werden Frauen in Afghanistan systematisch entrechtet. Schulverbot, Arbeitsverbot, Zwangsehen, Einschränkung der Bewegungsfreiheit – das ist Unterdrückung. Doch die mutigen Frauen in Afghanistan kämpfen weiter.
Jede Stimme zählt, unsere Solidarität wird gehört!
Lasst uns laut sein, damit sich die Menschen in Afghanistan weniger allein fühlen. Machen wir Druck auf Regierungen! Wir fordern: Keine Zusammenarbeit mit den Taliban, keine Legitimation ihrer Terrorherrschaft.
Mehr Infos: www.peterweisshaus.de
Hintergrund
In den fast fünf Jahren, seit die Taliban wieder die Macht in Afghanistan übernommen haben, hat dieses Regime mit aller Macht und Brutalität versucht, Frauen aus der Gesellschaft zu verbannen und sie an den Rand des gesellschaftlichen Lebens zu drängen. Dies bedeutet massive Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen: Attentate, Feminizid, Vergewaltigung, Inhaftierung und Repression bis hin zur Durchsetzung frauenfeindlicher und reaktionärer Gesetze. So forderte der Anführer der Taliban in einer jüngsten Erklärung die Verhaftung von Frauen, die den vorgeschriebenen Hidschab nicht tragen.
Nur einen Tag nach dieser Erklärung wurden in Herat zahlreiche Frauen auf Straßen und Märkten verhaftet und eingesperrt. Die Taliban nahmen jede Frau fest, die sie im öffentlichen Raum trafen. Sogar die Frauen, die traditionell mit Hidschab gekleidet waren, wurden gewaltsam festgenommen. Diese Repressionen und Verhaftungen lösten erstmals seit der Machtübernahme der Taliban eine öffentliche Empörung aus, auch unter afghanischen Männern.
Afghanische Frauen kämpfen seit dem Einmarsch der Taliban in Kabul und anderen Städten auf vielfältige Weise gegen das Patriarchat und geben den Widerstand nicht auf. Am 10. Juni demonstrierten erstmals Männer aus Herat gemeinsam mit Frauen im Stadtteil Jibril gegen die frauenfeindlichen Gesetze der Taliban. Die Taliban eröffneten dabei das Feuer auf die Demonstrierenden und töteten und verletzten mehrere Menschen.
Zweifellos sind Frauen durch diese Proteste noch stärkerer Gewalt und Repression ausgesetzt als zuvor. Es besteht kein Zweifel, dass das Ziel der Taliban nicht nur die Kontrolle der Frauen, sondern die Unterdrückung der gesamten Gesellschaft ist. Indem sie die Hälfte der Bevölkerung unterdrücken, können sie auch die andere Hälfte leichter kontrollieren. Doch wo Unterdrückung herrscht, gibt es auch Widerstand.
Die Menschen in Afghanistan im Allgemeinen und insbesondere in Herat haben die Gewalt der Taliban gegen Frauen und andere Teile der Bevölkerung satt. Die Unterdrückung ist in Afghanistan besonders schwerwiegend – aufgrund von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit (z. B. Hazara), Bildung, Arbeit, religiöser Zugehörigkeit oder sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität. Zusätzlich zur erlebten Gewalt leben die Menschen in Armut.
Viele Menschen in Afghanistans organisieren sich bereits gegen diese Unterdrückung. Schweigen macht die Lage nur schlimmer und das Regime stärker. Die jahrelange Stille hat die Grundlage für die heutige Situation geschaffen. Auch Viele, die ihre Hoffnung auf die internationale Gemeinschaft, die Vereinten Nationen oder Menschenrechtsinstitutionen gesetzt hatten, stehen vor nicht eingelösten Versprechen und leeren Erklärungen.
Der Protest in Herat ist ein deutliches Zeichen für die Unzufriedenheit der Menschen in Afghanistan mit dem Taliban-Regime. Durch diese Demonstrationen wurde deutlich, dass Freiheit und Frauenrechte nicht ohne den gemeinsamen Kampf von Frauen und Männern gegen das bestehende Regime erreicht werden können.
Mit der Veranstaltung im Peter-Weiss-Haus drücken wir unsere Solidarität und Unterstützung für den Kampf der Menschen in Afghanistan für Frauen- und Freiheitsrechte aus.
Hoch die internationale Solidarität!
