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	<title>Abschiebungen stoppen! &#8211; PRO BLEIBERECHT</title>
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	<title>Abschiebungen stoppen! &#8211; PRO BLEIBERECHT</title>
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		<title>Zu(g)sammen nach Glückstadt! Demo am 7. Juni</title>
		<link>https://bleiberecht-mv.org/de/glueckstadt-2026/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bernadette]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Apr 2026 15:37:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Abschiebungen stoppen!]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Unter dem Motto „… bis der Knast wieder schließt!“ gehen wir seit der Eröffnung des Abschiebeknasts in Glückstadt einmal im[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Unter dem Motto „… bis der Knast wieder schließt!“ gehen wir seit der Eröffnung des Abschiebeknasts in Glückstadt einmal im Jahr dort mit Aktivist:innen aus allen drei Bundesländern, für die der Knast zuständig ist, auf die Straße. Schließt euch an!</p>



<p>Wir fahren gemeinsam mit dem Zug und teilen die Kosten für die Tickets. Schreibt uns am besten vorher, wenn ihr MV/SH-Ticket teilen wollt, dann organisieren wir den günstigsten Kauf für die Strecke.</p>



<p><strong>Abfahrtszeiten:</strong><br>06:21 Uhr Greifswald<br>06:57 Uhr Stralsund<br>08:08 Uhr Rostock<br>09:06 Uhr Schwerin<br>11:41 Uhr Glückstadt</p>



<p>12:00 Uhr Start der Demo</p>



<p><strong>Rückfahrt:</strong><br>16:18 Uhr Glückstadt<br>18:52 Uhr Schwerin<br>19:50 Uhr Rostock<br>20:56 Uhr Stralsund<br>21:35 Uhr Greifswald</p>



<p>Infos gegen den Knast: <a href="http://www.glueckstadtohneabschiebehaft.noblogs.org/">www.glueckstadtohneabschiebehaft.noblogs.org</a></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>5 Jahre Knast – 5 Jahre Entrechtung, Gewalt und Isolation Abschiebeknäste abreißen!</strong></h2>



<p>Seit August 2021 werden im Abschiebegefängnis Glückstadt Menschen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern inhaftiert. Fünf Jahre Glückstadt bedeutet, dass seit fünf Jahren Menschen unrechtmäßig inhaftiert, systematisch isoliert und schikaniert werden. Abschiebehaft ist keine Strafhaft, d.h. die Gefangenen sind nicht aufgrund von Straftaten inhaftiert, sondern die Haft dient den Behörden dazu Abschiebungen sicherzustellen. Abschiebehaft ist Ausdruck eines völlig entgrenztem institutionellem Rassismus. Seit der Inbetriebnahme des Knastes wurden weit mehr als 1000 Menschen in Glückstadt eingesperrt. In den meisten Fällen folgte auf die Haft die Abschiebung &#8211; und damit ein Leben in Krieg, Armut, Verfolgung und Perspektivlosigkeit.</p>



<p>Im Abschiebeknast sind die Gefangenen Stacheldraht, einer sechs Meter hohen Mauer, Schließzeiten, vergitterten Höfen und permanenter Kontrolle ausgeliefert. Die Landesregierung Schleswig-Holsteins nennt das zynisch „Wohnen minus Freiheit“. Für die Inhaftierten bedeutet Abschiebehaft den vollständigen Entzug ihrer Freiheit – mit Folgen wie Isolation, Angst und der ständigen Unsicherheit über ihre Situation. Regelmäßig berichten Gefangene von katastrophalen Haftbedingungen, unzureichender medizinischer Versorgung und enormem psychischen Druck. Abschiebehaft ist für die Inhaftierten eine alle Lebensbereiche umfassende existenzielle Krise: Ihnen werden grundlegende Rechte entzogen, während sie mit der Aussicht leben müssen, in ein Land abgeschoben zu werden, aus dem sie Gründe hatten zu fliehen. Gleichzeitig wissen viele nicht, wie lange sie im Abschiebegefängnis bleiben müssen – eine Situation der Perspektivlosigkeit und permanenten Unsicherheit. Wer unbequem ist oder protestiert, wird in eine Isolationszelle gesteckt. Immer wieder kommt es aus Verzweiflung oder Protest zu Hungerstreiks, Selbstverletzungen und Suizidversuchen.</p>



<p>Die brutale Realität in Glückstadt ist kein Einzelfall, sondern Teil eines immer erbarmungsloser agierenden europäischen Grenzregimes. Mit der Umsetzung der GEAS-Reform, ab Juni 2026, werden Abschottung, Internierung und beschleunigte Abschiebungen immer weiter ausgebaut. Der Abschiebeknast ist ein Instrument der Kriminalisierung von Flucht und Migration. Menschen werden eingesperrt, weil sie es gewagt haben vor Krieg, Armut oder Perspektivlosigkeit zu fliehen oder weil sie sich ein besseres Leben erhoffen. Wir stellen uns gegen eine Politik, die Mauern baut, Menschen entrechtet und Bewegungsfreiheit von Pässen und Geburtsorten abhängig macht.</p>



<p><strong>Freiheit kann es nur geben, wenn sie für alle gilt!</strong></p>



<p>Wir stehen an der Seite aller Inhaftierten und tragen ihren Widerstand nach draußen. Jeder Hungerstreik, jeder Protest und jeder Ausbruchsversuch zeigt: Die Menschen im Knast akzeptieren ihre Gefangenschaft nicht. Solange dieses Gefängnis existiert, kämpfen wir für die Freiheit aller Inhaftierten.</p>



<p>Kommt zur überregionalen Demonstration gegen das Abschiebegefängnis in Glückstadt am 7. Juni 2026. Reißen wir die Mauern der Isolation nieder und zeigen wir den Gefangenen: Ihr seid nicht allein.</p>



<p><strong>FREIHEIT FÜR ALLE INHAFTIERTEN!<br>ALLE ABSCHIEBEKNÄSTE ABREISSEN!</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Fabrik der Angst: Das Gefängnis in Glückstadt</title>
		<link>https://bleiberecht-mv.org/de/fabrik-der-angst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bernadette]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 2026 11:37:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Abschiebungen stoppen!]]></category>
		<category><![CDATA[Aktionen, Aufrufe, Redebeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Kurz nach Beginn der Jina-Revolution 2022 versuchte die Ausländerbehörde Neubrandenburg Sami in den Iran abzuschieben. Er saß mehrere Tage im[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Kurz nach Beginn der Jina-Revolution 2022 versuchte die Ausländerbehörde Neubrandenburg <a href="https://bleiberecht-mv.org/de/sami-ist-frei/">Sami</a> in den Iran abzuschieben. Er saß mehrere Tage im Abschiebeknast Glückstadt. Proteste und ein Beschluss der Landesregierung verhinderten vorerst seine Abschiebung. <a href="https://www.instagram.com/p/DITRD6FM1G2/?igsh=ZjVwYXFtbGFwN3hh">Nach mehr als 2 Jahren Kampf für sein Bleiberecht bekam er letztes Jahr eine Aufenthaltserlaubnis. </a>Gestern besuchte er mit vielen solidarischen Menschen Glückstadt und hielt dort einen Redebeitrag über die Zeit im Knast.</p>



<p>Hallo zusammen! Ich bin Sami.<br>Ich stehe heute hier vor diesem Ort. <a href="https://bleiberecht-mv.org/de/sami-ist-frei/">Ich war selbst da drin! Nur fünf Tage, aber es war die schlimmste Zeit meines Lebens! Ich habe dort nur Dunkelheit gesehen!</a></p>



<p>Hört ihr das? Das laute Geräusch der Flugzeuge! Dieses Geräusch bedeutet für die Menschen da drin pure Panik! Fragt euch bitte selbst: Ist es richtig, Menschen mit so viel Angst zu verabschieden? Ist das menschlich? NEIN! Das ist eine Fabrik der Angst!</p>



<p>Wir feiern heute mit unseren Familien. Wir sind frei. Aber die Menschen da drin sind allein! Sie haben niemanden. Sie haben Todesangst! Das darf uns nicht egal sein! Wir dürfen nicht schweigen! Denn wer zu Unrecht schweigt, stimmt zu!</p>



<p>Ich bin nicht hier, um zu drohen. Ich bin hier, um für die Menschlichkeit zu sprechen! Wir dürfen diese Menschen nicht vergessen. Menschlichkeit ist eine Aufgabe für uns alle! Fragt euch selbst: Wie können wir ihnen Hoffnung geben? Wir müssen jetzt ihre Stimme sein!</p>



<p>Ich habe ein Tattoo auf meinem Körper. Es ist meine Erinnerung an diese schwere Zeit. Dieses Tattoo sagt mir jeden Tag: „Sami, vergiss niemals das Geschenk der Freiheit!“</p>



<p>Dieser Ort wollte meine Hoffnung stehlen. Aber wenn ich euch hier sehe, sehe ich eure Stärke! Eure Solidarität ist mein Licht!</p>



<p>Lasst uns laut sein! Für die Menschen da drin! Für die Menschlichkeit! Und für die Freiheit.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alle Jahre wieder: „Sichere“ Herkunftsländer</title>
		<link>https://bleiberecht-mv.org/de/sichere-herkunftslander/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hugo]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jul 2025 16:34:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Abschiebungen stoppen!]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Sie sind wieder in aller Munde: Die sog. „sicheren Herkunftsländer“. Wir werfen einen Blick auf die rassistischen Kontinuitäten dieses Konzepts[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Sie sind wieder in aller Munde: Die sog. „sicheren Herkunftsländer“. Wir werfen einen Blick auf die rassistischen Kontinuitäten dieses Konzepts und der rechten Mobilisierung, die dahinter steht.</p>



<span id="more-6332"></span>



<p><a href="https://www.proasyl.de/hintergrund/das-konzept-der-sicheren-herkunftsstaaten-und-seine-geschichte/">„Sichere Herkunftsländer“ finden sich seit 1993 im deutschen Asylgesetz</a>. Sie wurden mit dem sog. „Asylkompromiss“ eingeführt, der die Antwort der politischen „Mitte“ auf die rechtsextremen Gewaltwelle der frühen 1990er Jahre war. Drin steckten: Abschottung, Abschiebungen und Leistungskürzungen. Damals wie heute bestrafte man die Faschos und Rassisten nicht etwa, sondern belohnte sie für ihre Hetze und Gewalt mit genau den Gesetzen, die sie sich wünsch(t)en. Wie sehr rassistische Mobilisierung auf der Straße und in Parlamenten Hand in Hand gehen, können wir aktuell wieder beobachten.</p>



<p>Bis heute findet sich das Konzept der sicheren Herkunftsländer immer wieder in Paketen von Asylgesetzverschärfung, die die sog. Mitte immer wieder erlässt. Nun wollen Union und SPD in ihrem Abschottungswahn den nächsten Schritt gehen &#8211; und die demokratische Kontrolle darüber eindämmen, ob ein Herkunftsland als &#8222;sicher&#8220; gilt. Wenn es nach ihnen geht, soll <a href="https://www.proasyl.de/pressemitteilung/pro-asyl-sichere-staaten-per-rechtsverordnung-zu-bestimmen-ist-undemokratisch-und-verfassungsrechtlich-fragwuerdig/">zukünftig per Rechtsverordnung</a> beschlossen werden, ob ein Land als sicheres Herkunftsland eingestuft wird, statt wie bisher durch Bundestag und Bundesrat. Die Regierung könnte so direkt durchdrücken, dass Asylsuchende aus bestimmten Ländern kaum mehr eine Perspektive in Deutschland haben. Ein entsprechender <a href="https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2025/06/kabinett-sichere-herkunft.html">Gesetzentwurf wurde am 4. Juni beschlossen</a>. Anfang Juli war die 1. Lesung im Bundestag.</p>



<p><strong>Update: </strong><a href="https://www.deutschlandfunk.de/regierung-kann-kuenftig-ohne-bundesrat-sichere-herkunftsstaaten-bestimmen-100.html">Der Gesetzesentwurf wurde am 5.12.2025 beschlossen.</a></p>



<p>Das Ziel der Erklärung möglichst vieler &#8222;sicherer&#8220; Herkunftsstaaten ist es, den unsichtbaren Käfig aus Repression und Isolation für Asylsuchende noch enger zu bauen. Für Menschen aus „sicheren Herkunftsländern“ (SHKL) droht eine sehr schnelle Ablehnung des Asylantrags mit „offensichtlich unbegründet“ (von der CSU wurde vor einigen Jahren das Ziel ausgerufen: Ablehnung binnen 48 Stunden!). Die aufenthalts- und asylrechtlichen Folge dieser speziellen Form der Ablehnung: Kein Rechtsschutz mehr, Leistungskürzung auf das sog. physische Existenzminimum, Pflicht zum Leben im Erstaufnahmelager und keine aufenthaltsrechtlichen Perspektiven abseits des Asylverfahrens. Maximale Einschränkung, maximale Kontrolle, möglichst schnelle Abschiebung ist das Motto. Rassistische Politik auf Kosten der Asylsuchenden.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was heißt „sicher“?</strong></h2>



<p>Bei der Definition von „sicher“ geht es keineswegs um eine Beurteilung der tatsächlichen Verhältnisse in den jew. Herkunftsländern. Ghana wurde beispielsweise in den 90er-Jahren auf die Liste gesetzt, obwohl dort noch die Todesstrafe verhängt wurde. „Sicher“ ist hier ein asylrechtlicher Begriff, der für Menschen aus den jeweiligen Ländern die Folge hat, dass sich in ihren Asylverfahren die Beweislast umkehrt. Das BAMF muss nicht mehr begründen, warum sie einen Asylantrag ablehnen, sondern die Asylsuchenden müssen BEWEISEN, warum sie Schutz brauchen. Es liegt in der Natur der Sache, dass Verfolgung schwer zu BEWEISEN ist, vor allem wenn man aus einem instabilen Land mit wenig formellen Staatsstrukturen (wie einer funktionierenden Verwaltung oder einer nicht-korrupten Polizei) kommt.</p>



<p>Die Einstufung von Ländern als „sicher“ geschieht meist, um Asylsuchende aus den jew. Ländern abzuschrecken. Bedient wird sich rassistischer Stereotype und einer breiten Mobilisierung durch das rechte bis rechtsextreme Spektrum. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>2014/15: Im Laufe weniger Jahre wurden die Westbalkanstaaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien als „sicher“ eingestuft. Dem voraus ging damals eine umfassende <a href="https://bleiberecht-mv.org/de/porajmos-2019/">antiziganistische</a> Hetze in Medien und Politik (<a href="https://www.socialnet.de/materialien/27927.php">hierzu diskursanalytisch</a>). Ein <a href="https://www.proasyl.de/news/die-sicheren-herkunftsstaaten-des-westbalkans-eine-kritische-analyse/">Fazit zur Einstufung</a> zog vor wenigen Monaten PRO ASYL.</li>



<li>2016: Kurz nach „der Sylvesternacht“ in Köln wurden dann „Nafris“ zum großen, bösen Sündenbock stilisiert. Die nordafrikanischen Länder Marokko, Algerien und Tunesien sollten zu SHKL erklärt werden, <a href="https://www.zeit.de/politik/2016-10/maghreb-staaten-bamf-sichere-herkunftsstaaten-gesetz-thomas-de-maiziere/komplettansicht">obwohl selbst das BAMF diese Länder für Oppositionelle, religiöse Minderheiten, Frauen und LGBTIQ+ nicht für sicher hielt</a>. Die Einstufung wurde im Bundesrat verhindert (namentlich an den Grünen), weswegen das Bundesinnenministerium sich für den informellen Weg entschied: Die Asylverfahren aus diesen Ländern wurden priorisiert und möglichst schnell abgelehnt. Abschiebeabkommen mit den entsprechenden Ländern wurden vorbereitet.</li>



<li>2016/17: Nachdem „Wir schaffen das“ von 2015 wieder gesamtgesellschaftlich in einen flüchtlingsfeindlichen Diskurs umgeschlagen war, fabulierten Rechte und Faschos plötzlich auch von Ländern wie <a href="https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/2016/08/PROASYL_Afghanistan_Broschuere_Jul16.pdf">Afghanistan als sicher</a>. Doch auch hier scheiterte die entsprechende Einstufung am Bundesrat. Während zehntausende Asylsuchende Jahr für Jahr dem BAMF von der Bedrohung und Übernahme verschiedener Institutionen durch die Taliban in verschiedenen Regionen in Afghanistan berichteten und Afghan:innen überall in Deutschland unter dem Motto „<a href="https://www.nordkurier.de/regional/mecklenburg-vorpommern/landesweite-mahnwachen-gegen-abschiebungen-aus-mv-1233812">Afghanistan nicht sicher</a>“ gegen Abschiebungen protestierten, war das sozialdemokratische Außenministerium fünf Jahre später total überrascht, als genau diese Taliban binnen weniger Tage das Land übernahmen und damit den Kampf um die &#8222;Freiheit am Hindukusch“ gewannen, indem sie seitdem wieder eine islamistische Schreckensherrschaft errichten.</li>



<li>2023: Georgien und Moldau wurden zu „sicheren Herkunftsländern“ erklärt – <a href="https://ran.eu.com/stellungnahme-zur-geplanten-einstufung-der-republik-moldau-als-sicheren-herkunftsstaat/">trotz Protesten von Rom:nja-Organisationen.</a> Einen Redebeitrag dazu hat das Roma Center Göttingen einige Monate vorher beim <a href="https://bleiberecht-mv.org/de/lichtenhagen-2023-2">Gedenken an das Pogrom in Lichtenhagen</a> gehalten. MV stimmte im Bundesrat mit der Stimme der LINKEN dafür.</li>



<li>Aktuell: Derzeit möchten Union und SPD zB&nbsp;<a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/sichere-herkunftslaender-114.html">Algerien, Indien, Marokko und Tunesien</a> als &#8222;sicher&#8220; einstufen. In dieser Liste fällt sofort ins Auge, dass dort religiös-nationalistische Regierungen an der Macht sind und damit in diesen Ländern ein gesellschaftches Klima herrscht, in dem regelmäßig Hetze und Gewaltausbrüche gegen bestimmte rassifizierte Gruppen stattfinden, Frauen nicht die vollen Bürger:innenrechte haben und LGBTIQ-Menschen die Existenz abgesprochen wird. Schwarz-rot rechnet bei ihrer seltsamen Vorstellung von &#8222;sicher&#8220; zu recht mit Gegenwind aus der Zivilgesellschaft.&nbsp;</li>



<li>Daher sieht der aktuelle Gesetzesentwurf vor, dass zukünftig nicht mehr Bundestag und Bundesrat über die Einstufung entscheiden, sondern die Koalition für sich alleine per Rechtsverordnung wurschteln kann. Wir sehen hier ein weiteres Beispiel dafür, wie die Regierung versucht, ihre politische Entscheidungsgewalt auszudehnen, indem sie demokratische Kontrolle und Entscheidungsfindung ausklammert &#8211; wie auch schon bei den <a href="https://www.proasyl.de/news/schlappe-fuer-dobrindt-und-merz-verwaltungsgericht-berlin-haelt-zurueckweisungen-fuer-rechtswidrig/">illegalen Zurückweisungen trotz gegenteiligem Gerichtsbeschluss</a>.&nbsp;Ein weiteres Mal macht die sogenannte bürgerliche Mitte lange vor Regierungsbeteiligung der Faschisten deutlich: Ein Rechtsstaat schützt nur diejenigen, die er schützen will. Gleichberechtigung ist schneller per Rechtsverordnung&nbsp;abgesägt als wir uns vorstellen können.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rassistische Kontinuitäten brechen!&nbsp;</strong></h2>



<p>Das Konzept und politische Stilmittel &#8222;Sichere Herkunftsländer&#8220; hat eine rassistische Kontinuität. In Mecklenburg-Vorpommern sind wir mit dieser besonders verbunden durch die Verknüpfung des rassistischen Pogroms in Rostock-Lichtenhagen und der darauf folgenden Asylgesetzverschärfungen im sog. &#8222;Asylkompromiss&#8220;.</p>



<p>Wo Rassismus ist, ist auch Widerstand. Auch der hat eine Kontinuität, an die wir anknüpfen können. Sinti:zze und Rom:ja protestieren <a href="https://alle-bleiben.info/bleiberechtskampfe-von-roma-seit-1989/">seit dem Ende des Porajmos für ihre Rechte und volle Anerkennung in Deutschland</a>, auch gegen die Einstufung von Ländern als &#8222;sicher&#8220;, <a href="https://www.buergerundstaat.de/1_2_18/antiziganismus.pdf">in denen Rom:nja Verfolgung und struktureller Benachteiligung ausgesetzt sind</a>. In MV gab es <a href="https://bleiberecht-mv.org/de/laage/">zuletzt 2016 größere Proteste gegen eine Sammelabschiebung aus Laage in &#8222;sichere Herkunftsländer&#8220;</a>. Aktuell sind <a href="https://gegen-antiziganismus.de/termin/wir-entkamen-auf-eigene-faust-zeitzeuginnenberichte-rumaenischer-romnja-vom-pogrom-in-rostock-lichtenhagen-1992/">Überlebende des Pogroms in Lichtenhagen</a> erinnerungspolitisch aktiv in Rostock.&nbsp;</p>



<p>Auch heute müssen wir Widerstand gegen institutionellen Rassismus organisieren. Rassismus ist tief in unsere Gesellschaft eingeschrieben. Wir müssen ihm auf vielfältige Weise widersprechen, auch dort, wo er sich in Gesetzen und Institutionen zeigt.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was könnt ihr tun? Einige Ideen</strong></h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Protestiert&nbsp;gegen den Gesetzesentwurf. Organisiert Demos, unterschreibt Petitionen, schaut in den Sprechstunden eurer Abgeordneten vorbei.&nbsp;</li>



<li>Mault Sozialdemorkat:innen voll, wenn sie sich in der CSD-Saison als Kämpfer:innen für die Rechte queerer Menschen inszenieren und gleichzeitig für LGBTIQ+ aus vielen Ländern das Asylverfahren hier strukturell unmöglich machen.&nbsp;</li>



<li>Unterstützt migrantische Kämpfe für Gleichberechtigung und Bleiberecht, zum Beispiel das Roma Center Göttingen.&nbsp;</li>



<li>Positioniert euch pro Asyl und pro Bleiberecht &#8211; jeden Tag: Online, in Gesprächen mit Kolleg*innen, Freund*innen oder Familie, auf der Straße.</li>
</ul>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p><strong>We stand United!<br>Gegen jeden Rassismus!</strong><br></p></blockquote></figure>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rüstungskonzern will an Sammellagern für Asylsuchende verdienen &#8211; auch in MV</title>
		<link>https://bleiberecht-mv.org/de/serco-mv/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bernadette]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Jun 2024 12:20:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Abschiebungen stoppen!]]></category>
		<category><![CDATA[No Lager!]]></category>
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	Am 14. Dezember gab die Konzerngruppe Serco die Übernahme von „European Homecare“ bekannt[1]. Die erforderlichen genehmigungen <a href="https://de.marketscreener.com/kurs/aktie/SERCO-GROUP-PLC-9590148/news/Serco-schlie-t-Kauf-von-European-Homecare-nach-behordlichen-Genehmigungen-ab-46083435/">sind mittlerweile durch</a>. European Homecare betreibt auch Unterkünfte für Asylsuchende in MV. Lest hier was daran problematisch ist.</p>
<p><span id="more-5564"></span></p>
<h2>Update: Rüstungskonzern zieht sich zurück</h2>
<p>Ende Oktober wurde bekannt, dass das Innenministerium MV den Betrieb der beiden Erstaufnahmestellen für Asylsuchende doch nicht an das Privatunternehmen European Homecare vergeben hat, sondern nochmal für 5 Jahre an die Malteser. <a href="https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Kostenexplosion-bei-Fluechtlingsunterkuenften-Land-setzt-weiter-auf-Malteser,malteser142.html">Grund ist, dass European Homecare hingeschmissen hat.</a></p>
<p>So weit so gut, doch <a href="https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Kostenexplosion-bei-Fluechtlingsunterkuenften-Land-setzt-weiter-auf-Malteser,malteser142.html">der Bericht</a> gibt keinen Anlass zur Freude.</p>
<p>Denn daraus geht hervor, dass die Landesregierung plant, die Kapazitäten in den Aufnahmelagern zu verdoppeln (!). Da derzeit immer weniger Asylsuchende nach Deutschland kommen, kann das nur eins bedeuten: Rot-rot kehrt zurück zu längeren Unterbringungszeiten in den Aufnahmelagern. Das passt ins Bild der restriktiven Asylpolitik der SPD mit stetigen Verschärfungen. Grenzkontrollen, Bezahlkarte, Desintegration in Lagern &#8211; das Gegenteil von gut.</p>
<p>In den letzten 2 Jahren waren Asylsuchende &#8222;nur&#8220; ca 4-6 Monate in Horst bzw. Sternbuchholz. Vorher bis zu zwei Jahre. Das Leben im Erstaufnahmelager ist geprägt von Kontrolle (Security am Einlass und Zimmerkontrollen im Inneren, fast täglich Abschiebungen). Man lebt dort isoliert von der Gesellschaft, ohne Deutschkurs und damit ohne die Möglichkeit sich in die Gesellschaft einzubringen. Kinder dürfen nicht zur Schule gehen.</p>
<p><strong>Wie immer:</strong><br />
<strong>Dezentrale Unterbringung!</strong><br />
<strong>No Lager!</strong></p>
<h2>Aktuell: SPD-Innenministerium will Erstaufnahmestellen an Rüstungskonzern vergeben</h2>
<p>Kürzlich haben wir auf Instagram <a href="http://www.instagram.com/p/C8H0-bkNwAc">ein Video von Heidi Rechinnek über European Homecare</a> geteilt. Daraufhin haben wir folgende Info bekommen*: Das Innenministerium MV (#SPD) plant, den Betrieb der beiden Erstaufnahmelager in Horst und Schwerin-Sternbuchholz an European Homecare zu vergeben, also ein Privatunternehmen. Hinter dem Unternehmen steht der Rüstungskonzern Serco (siehe unten).</p>
<h3>Ganz ehrlich: WTF?!</h3>
<p>Sozialdemokratische Politiker:innen verkünden seit Monaten, dass <a href="http://www.bleiberecht-mv.org/bezahlkarte-stoppen">Geflüchtete bitte kein Geld an ihre hungernden Familien in Syrien und Afghanistan schicken sollen und führen deswegen die Bezahlkarte für Asylsuchende ein</a>. Sechs Monate später lenken sie öffentliche Mittel in ein Unternehmen, das weltweit mit Waffen Geld verdient und damit Menschen zur Flucht zwingt.</p>
<p>Wie kann es überhaupt sein, dass Unternehmen Profite aus dem Sozialstaat schlagen? Damit nehmen sie Geld von der Allgemeinheit, indem sie Steuergelder in die Taschen von Wenigen wirtschaften. Spüren werden das die Angestellten in den Lagern, denn am effektivsten spart man beim Lohn. Ergo spüren es auch die Asylsuchenden, denn für sie wird der Umfang der Beratung in den Lagern weiter reduziert werden, um an der Qualifikation der Beschäftigten sparen zu können. &#8222;Betrieb&#8220; einer Unterkunft für Asylsuchende wird dann zur reinen Bewachung. Das spiegelt den Rechtsruck im Diskurs um Flucht und Asyl wider. Weg vom Sozialen, hin zur Kontrolle.</p>
<p>Wie kann es sein, dass eine rot-rote Landesregierung sowas verantwortet? Die Sozialdemokratie fragt sich derzeit, warum sie so massiv Wähler:innen verloren hat. Sie beantwortet sich das, indem sie weiter nach unten tritt (&#8222;man will eben keine Zuwanderung&#8220;). Viel naheliegender ist doch: Von Sozialdemokrat:innen erwarten die Menschen soziale Politik. Einem Rüstungsuntermehmen Geld geben, um auf Flüchtlinge &#8222;aufzupassen&#8220; ist das Gegenteil. Es ist zynisch und anti-sozial.</p>
<p>Jedes Flüchtlingsheim ist eines zu viel. Asylsuchende sollten wie alle anderen Menschen in Deutschland behandelt werden: Die gleichen Sozialleistungen bekommen und in Wohnungen leben dürfen.<br />
Aber auch bei der Bewertung von Flüchtlingslagern gibt es Maßstäbe wie &#8222;schlecht&#8220;, &#8222;schlechter&#8220; und &#8222;beschissen&#8220;.</p>
<h3>Mit Flüchtlingen Rüstung finanzieren, ist beschissen.</h3>
<p>Deswegen:<br />
<strong>European Homecare raus aus den Aufnahmelagern! </strong><br />
<strong>Privatwirtschaft generell raus aus Flüchtlingslagern! </strong><br />
<strong>Gleiche Rechte für alle. No Lager!</strong></p>
<h5>*die Info scheint noch nicht offiziell zu sein, daher wollen die Info-Geber:innen anonym bleiben. Online findet sich die Ausschreibung für die Einrichtungen von Januar, sowie der Vermerk dass die Ausschreibung vergeben wurde.</h5>
<h2>Hintergründe zur Übernahme von European Homecare durch Serco</h2>
<p><em><strong>Content Note:</strong> Im folgenden Artikel geht es u.a. um Suizid, Gefängnisse, Gewalt. Hilfe bei Suizidgedanken bietet die telefonische Beratung unter 0800 111 0 111. Die Beratung ist anonym und kostenfrei.<br />
</em></p>
<p>European Homecare (EHC) ist einer der führenden privaten Betreiber von Sammellagern in Deutschland, mit über 100 Lagern in 11 Bundesländern – auch in MV, mit z. B. vier Lagern im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Für 40 Mio. € will Serco EHC kaufen und mit seinem Schweizer Unternehmen ORS zusammenlegen. Das Ziel laut dem Wirtschaftsprofessor Werner Nienhüser[2]: Die Expansion in dem internationalen Geschäft mit Asylsuchenden.</p>
<h3>Milliardengewinne mit der Unterbringung, Inhaftierung und Abschiebung von Asylsuchenden</h3>
<p>Serco betreibt schon länger Sammellager, Gefängnisse und Abschiebezentren für Asylsuchende im Globalen Norden. Besonderes Aufsehen erregen immer wieder die Inselgefängnisse im Pazifik, wo Serco Asylsuchende im Auftrag der australischen Regierung einsperrt, bevor sie Australien erreichen können. Unter anderem mit diesen Geschäften macht Serco Milliarden-Umsätze. Mit der Übernahme von EHC und Zusammenlegung mit ORS erwartet Serco laut eigener Aussage, den Profit zu steigern[3]. Serco ist ein börsen-notierter, internationaler Großkonzern. Das heißt, seine Geschäfte zielen auf Profit-Maximierung ab. Für die Unterbringung und Inhaftierung von Asylsuchenden bekommt Serco Geld von staatlichen Institutionen. Der Profit wird also maximiert, indem die Ausgaben für die Lager möglichst gering gehalten werden. Im Vokabular des CEOs Irwin: wirtschaftliche Effizienz auf Kosten der „Dienstleistungsnutzer“ (= Asylsuchende) – die „Kunden“ (= Regierungen in UK, Australien und Europa[4]) sind glücklich. So wird das Geschäft mit asylsuchenden Menschen zu einem Business wie jedem anderen &#8211; doch es geht um Menschenleben.</p>
<h3>Serco: Spezialist in Nekropolitik[5]</h3>
<p>Serco macht Geld damit, die rassistischen und tödlichen Politiken der Regierungen des Globalen Nordens zu ermöglichen. Immer wieder kommt zu Tage, dass gewaltvolle und elendige Verhältnisse in Lagern von Serco Menschen in den Suizid treiben [6]. <img fetchpriority="high" decoding="async" class=" wp-image-5565 alignright" src="https://bleiberecht-mv.org/wp-content/uploads/2024/03/Hogir.png" alt="" width="396" height="289" srcset="https://bleiberecht-mv.org/wp-content/uploads/2024/03/Hogir.png 655w, https://bleiberecht-mv.org/wp-content/uploads/2024/03/Hogir-300x219.png 300w, https://bleiberecht-mv.org/wp-content/uploads/2024/03/Hogir-600x438.png 600w" sizes="(max-width: 396px) 100vw, 396px" /></p>
<p>So wurde im letzten November von Hogir A. berichtet, ein kurdischer Schutzsuchender, der sich in Folge der Verhältnisse im Lager und der Gewalt des Sicherheitspersonal erhängte[7]. Hogir A. hatte kontinuierlich dagegen angekämpft, wurde jedoch auf allen Eben ignoriert. <a href="http://www.instagram.com/initiative_hogir_alay">Folgt der Initiative zur Aufklärung seines Todes auf Instagram.</a></p>
<p>Serco betreibt außer der Sammellager auch Abschiebeknäste, die ihrerseits ebenfalls immer wieder zu Suizidversuchen führen[8] und ihren Teil dazu beitragen, Schutzsuchende in lebensbedrohliche Bedingungen abzuschieben. Als großer Rüstungskonzern ist Serco außerdem involviert in Kriegslogistik, auch im Nahen Osten[9] und inklusive Atomwaffen[10].</p>
<p>Damit ist Serco Spezialist in Nekropolitik, einer Politik des Tötens und Sterben-Lassens: durch Waffengewalt vor der Flucht, Inhaftierung auf der Flucht, Sammellager im Aufnahmeland und durch Abschiebeeinrichtungen nach der Ablehnung.</p>
<h3>Was nun?</h3>
<p>Die Übernahme von EHC durch Serco lässt erwarten, dass die ohnehin schon zermürbenden Verhältnisse in Sammellagern noch schlimmer werden. Serco gewinnt damit außerdem an Einfluss und kommt damit in eine Position, bald bei der Unterbringung von Asylsuchenden in Deutschland und Europa den Ton anzugeben.</p>
<p>Doch bevor das passieren kann, muss die Wettbewerbsbehörde der Übernahme zustimmen. Das darf nicht passieren!</p>
<h3>Wir fordern:</h3>
<p>Die Übernahme von European Homecare durch Serco muss abgelehnt werden, damit die Unterbringung von Asylsuchenden nicht weiter privatisiert und zu Geld gemacht wird!</p>
<p>Falls die Übernahme durchgeht, müssen sich die Städte und Kommunen in MV aus Verträgen mit Serco/European Homecare lösen. Keine Kooperation mit dem Rüstungskonzern!</p>
<p>Generell gilt: Dezentrales und selbstverwaltetes Wohnen für Geflüchtete! Für ein selbstbestimmtes Leben statt staatliche Kontrolle!</p>
<p>Stop Deportation! Die Verwicklungen von Serco machen die globalen Zusammenhänge überdeutlich. Niemand flieht ohne Grund. Für das Recht zu gehen und das Recht zu bleiben!</p>
<hr />
<p>[1] https://www.serco.com/media-and-news/2023/acquisition-of-european-homecare-a-leading-provider-of-immigration-services-in-germany<br />
[2] https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/fluechtlingsunterkuenfte-serco-millionen-umsatz-100.html<br />
[3] https://ch.marketscreener.com/kurs/aktie/SERCO-GROUP-PLC-9590148/news/Serco-erwartet-hoheren-Betriebsgewinn-durch-Ubernahme-von-European-Homecare-45568113/<br />
[4] https://ch.marketscreener.com/kurs/aktie/SERCO-GROUP-PLC-9590148/news/Serco-erwartet-hoheren-Betriebsgewinn-durch-Ubernahme-von-European-Homecare-45568113/<br />
[5] Mbembe, A. (2011). Nekropolitik. In: Pieper, M., Atzert, T., Karakayalı, S., Tsianos, V. (eds) Biopolitik – in der Debatte. VS Verlag für Sozialwissenschaften. https://doi.org/10.1007/978-3-531-92807-4_3<br />
[6] https://www.abc.net.au/news/2012-02-17/20120217-amnesty-horror-stories-from-detention-centres/3836172<br />
[7] https://anfdeutsch.com/aktuelles/der-tod-von-hogir-a-todliche-verantwortungslosigkeit-deutscher-behorden-40001<br />
[8] http://100-jahre-abschiebehaft.de/de/suizid-in-abschiebungshaft<br />
[9] https://www.serco.com/me/sector-expertise/defence<br />
[10] https://de.m.wikipedia.org/wiki/Serco</p></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Offener Brief: Abschiebeknast Glückstadt schließen!</title>
		<link>https://bleiberecht-mv.org/de/offener-brief-glueckstadt-schliessen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bernadette]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jun 2024 08:33:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Abschiebungen stoppen!]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit mehr als 90 weiteren Organisationen haben wir einen Offenen Brief an die Landesregierungen Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern geschickt. Den[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="pl-5696"  class="panel-layout" >
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	Mit mehr als 90 weiteren Organisationen haben wir einen Offenen Brief an die Landesregierungen Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern geschickt. Den Abschiebeknast in Glückstadt schließen! Lest den Brief hier.</p>
<p><span id="more-5696"></span></p>
<h3><strong>Offener Brief an die Justizministerin Schleswig-Holsteins und die Landesregierungen Schleswig-Holsteins, Hamburgs und Mecklenburg-Vorpommerns  zur Schließung der Abschiebehafteinrichtung in Glückstadt</strong></h3>
<p>Sehr geehrte*r Prof. Dr. Kerstin von der Decken, sehr geehrte Vertreter*innen der Landesregierungen Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern,</p>
<p>wir wenden uns mit diesem offenen Brief an Sie, um Ihnen zu verdeutlichen, dass Sie mit dem Weiterbestehen der Abschiebehafteinrichtung in Glückstadt innerhalb der Zivilgesellschaft ebenso wie bei den Sozialverbänden auf große Unzufriedenheit und Ablehnung treffen.</p>
<p>Aktuell häufen sich die Medienberichte über die katastrophalen und inhumanen Zustände vor Ort. Diese widersprechen gravierend den Grundsätzen der Vollzugsgestaltung, in denen es heißt, <em>„die Persönlichkeitsrechte, die Würde und die sozialen Belange sowie ein besonderer Schutzbedarf der […] in dieser Einrichtung untergebrachten Personen sind zu achten“ (§2 Abs. 2 AHaftVollzG SH)</em>.</p>
<p>In diesem Jahr kam es bereits zu zwei Bränden, deren Vorgang von den verantwortlichen Personen unverhältnismäßig verharmlost wurde.<br />
Ebenfalls in diesem Zeitraum gab es zwei Suizidversuche. Über den Suizidversuch von M. ist bekannt, dass ihm eine adäquate medizinische und psychische Behandlung seitens der Abschiebehafteinrichtung verweigert wurde und er stattdessen besonders belastenden Umständen &#8211; wie der Unterbringung in einem besonders gesicherten Haftraum (BGH-Raum) &#8211; ausgesetzt wurde. Eine Matratze auf dem Boden, eine in den Boden eingelassene Toilette und eine an der Decke installierte Kamera, kein Tageslicht &#8211; entgegen der ärztlichen Empfehlung der stationären Unterbringung. Die Notärzte der Haftanstalt beschrieben diese Maßnahme in ihrem Bericht als angemessen, „auch wenn die Unterbringung im BGH-Raum eine besondere Belastung der Seele bedeutet“.  Dabei muss ein Einschluss <em>„unterbleib[en] oder [&#8230;] unterbrochen [werden], wenn hierdurch die Gesundheit der untergebrachten  Person gefährdet würde“ (§14 Abs. 3 Satz 2 § 9 AHaftVollzG SH)</em>, was im Fall von M. eindeutig zutrifft.</p>
<p>Diese Einschätzung verdeutlicht: Die medizinische und psychologische Versorgung der inhaftierten Menschen ist schlichtweg unzureichend. Vor Ort sind lediglich Allgemeinmediziner*innen und eine Psychologin der Notarztbörse. Dabei ist auffällig, dass Menschen trotz psychischer Auffälligkeiten für die Durchführung der Abschiebung gesund geschrieben werden – so auch M., der trotz seines Suizidversuches am 5. Januar bereits am 8. Januar einem Abschiebeversuch ausgesetzt wurde. Nach Angaben der Besuchsgruppe berichten die Betroffenen, dass sie bei der Behandlung psychischer Probleme nicht ernst genommen oder mit Tabletten abgespeist wurden.<br />
Hinzu kommt, dass seit Jahresbeginn die Sozialberatung fehlt, obwohl eine unabhängige Beratung gesetzlich vorgeschrieben ist.  Nach dem aktuellen Stand werden die Stellen der Sozialberatung erst zum 01. Mai 2024 wieder besetzt. Des Weiteren wurde ehrenamtlichen Mitgliedern der Besuchsgruppe der Zugang zur Abschiebehafteinrichtung verweigert. Dabei haben inhaftierte Personen das Recht auf <em>„die Möglichkeit der Kontaktaufnahme zu einschlägig tätigen Hilfs- und Unterstützungsorganisationen“ (§3 Abs. 2 Satz 2 AHaftVollzG SH).</em> Auch Angehörigen der inhaftierten Personen wurde der Besuch verwehrt, obwohl es ein Recht auf Besuch gibt..</p>
<p>Schutzsuchende Menschen vor einer geplanten Abschiebung zu inhaftieren, ist keine rechtliche Notwendigkeit, sondern obliegt einer Ermessensentscheidung. Wie dies in Glückstadt umgesetzt wird, widerspricht rechtlichen Grundlagen, da keine Abschiebehafteinrichtung keinem “normalen” Gefängnis ähneln darf. Der Leiter der Einrichtung, Herr Jasper, nennt die Abschiebehaft “eine Hochsicherungseinrichtung” mit einem Standard “wie sonst kaum eine Justizvollzugsanstalt im Land” (Glückstädter Fortuna, 23.02.2024). Der Weiterführung dieser Hafteinrichtung fehlt demnach jegliche Legitimation, weil sie mit EU-Recht nicht vereinbar ist.<br />
Wir fordern Sie als Teil der Landesregierungen auf, Ihren politischen Einfluss dahingehend einzusetzen, dass die Überführung schutzsuchender Menschen nach Glückstadt in Anbetracht der dortigen Umstände augenblicklich ausgesetzt wird und Sie die Abschiebehafteinrichtung in Glückstadt schnellstmöglich schließen.</p>
<p>Prof. Dr. Kerstin von der Decker, Sie tragen in ihrer Funktion als Justizministerin Schleswig-Holsteins die Verantwortung für das Abschiebegefängnisses und damit für das Leid der Menschen. Deshalb appellieren wir an Sie, dieser Verantwortung im Sinne der Menschenrechte und der inhaftierten Schutzsuchenden nachzukommen und die ersatzlose Schließung der Abschiebehafteinrichtung in Glückstadt anzuordnen.</p>
<p>Es zeichnen:</p>
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		<title>Demo gegen Deportationspläne in Schwerin &#8211; Unser Redebeitrag</title>
		<link>https://bleiberecht-mv.org/de/deportationsplaene/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bernadette]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jan 2024 18:48:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Abschiebungen stoppen!]]></category>
		<category><![CDATA[Aktionen, Aufrufe, Redebeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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	Am 23. Januar gaben wir bei der Demo gegen rechts in Schwerin einen Redebeitrag gehalten. Lest ihn hier.</p>
<p>Den Beitrag haben wir in Variationen auch in Demmin, Greifswald und Güstrow gehalten.</p>
<h2>Spread the word!</h2>
<p>In Greifswald wurde zudem Flyer verteilt, die wir hier für alle Demos in zwei Varianten zum Selbstausdrucken zur Verfügung stellen:</p>
<ul>
<li><a href="https://bleiberecht-mv.org/wp-content/uploads/2024/01/Demos-gegen-rechts-Flyer-druck.pdf">Demos gegen rechts Flyer-druck</a></li>
<li><a href="https://bleiberecht-mv.org/wp-content/uploads/2024/01/Demos-gegen-rechts-Flyer-dunkel.pdf">Demos gegen rechts Flyer-dunkel</a></li>
</ul>
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<h2>Redebeitrag in Schwerin</h2>
<p>Hallo, mein Name ist M. und ich bin bei ProBleiberecht aktiv, einer Initiative, die sich für die Rechte von Geflüchteten und Migrant*innen in Mecklenburg-Vorpommern einsetzt.</p>
<p>Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Redebeitrag für so eine Demo in dieser Größenordnung, hier in Schwerin, halten werde. Aber das Thema ist mir persönlich sehr wichtig und geht mir nahe, gerade als Mensch, der hier in MV geboren und aufgewachsen ist und selbst schon immer von Rassismus und rechter Hetze betroffen und bedroht war &#8211; weil ich nicht in das Weltbild von NeoNazis und anderen Rechten gepasst habe oder von Mitschüler*innen, die es als witzig empfunden haben, über Menschen herzuziehen weil sie vermeintlich anders waren.</p>
<p>Es gab Viele, die mir immer wieder &#8222;Ausländer raus&#8220; hinterhergebrüllt haben und sonstwelche Drohungen und rassistische Beleidigungen, schon als kleines Kind. Ernst genommen wurde es kaum von meinen Lehrer*innen und anderen Erwachsenen aus meinem Umfeld. Nicht einmal als es Brandanschläge auf die 3 Häuser und den Imbisswagen der vietnamesischen Familien in meiner Heimatstadt hier in MV gab. Ich habe am eigenen Leib erlebt, was jede*r von euch auch verstehen sollte:</p>
<p>Rechte Hetze gab es schon immer, doch jetzt zur Zeit rückt sie wieder mehr in den Fokus. Es ist krass, dass so viele Menschen bundesweit auf der Straße sind in den letzten Tagen. Insbesondere in MV, wo wirklich jede Demo gegen den Faschismus in unserer Gesellschaft dringend und wichtig ist. Rostock: 2600, Stralsund: 2000, Schwerin: 1600, Bergen auf Rügen gegen die Mahnwache der Jungen Alternative: 250,gestern in Greifswald: mehr als 2000. Ubd am Wochenende waren es bundesweit gut 1,2 Millionen Menschen auf den Straßen.</p>
<p>Das ist krass. Aber ich frage mich auch: Warum jetzt? Wo war der Aufschrei vorher? Rassismus und Faschismus waren schon immer da und haben schon immer getötet. Am 25. Februar 2004 ermordete der National Sozialistische Untergrund NSU in Rostock Mehmet Turgut. Am 7. Januar 2005 ermordeten Polizisten in Dessau Oury Jalloh. Am 19. Februar 2020 ermordete ein Faschist in Hanau 9 Menschen &#8211; das sind keine Einzelfälle. Das ist die Gesellschaft in der wir leben.</p>
<p>In MV gab es im letzten Jahr rassistische Hetze gegen Geflüchtetenunterkünfte in Upahl, in Greifswald, in Neukloster, in Bützow, in Teterow. Überall gab es auch solidarische Gegendemos unter dem Motto &#8222;Refugees Welcome&#8220;. Aber die Mehrheit der Gesellschaft hat geschiwegen. Die Mehrheit hat die rassistische Hetze hingenommen und dafür den Begriff &#8222;organisatorische Grenzen der Kommunen&#8220; erfunden.</p>
<p>Wo wart ihr?</p>
<p>Das Thema der heutigen Demo ist &#8222;gegen die Deportationspläne&#8220;. Auch ich bin gegen die Deportationspläne der Faschisten, die ich nochmal ganz klar benennen will: Ein Netzwerk aus AfD, signifikanten Teilen der Union &amp; mutmaßlich weiteren Parteien, Nazi-Millionäre und rechtsextreme Vertreter völkisch-rassistischer Ideologien wie die Identitäre Bewegung.</p>
<p>Ich bin aber auch gegen die Deportationspläne der bürgerlichen Mitte. Gegen die Abschiebephantasien, die im Bundestag zu einer brutalen Wirklichkeit werden. Während Hundertausende gegen Deportationen auf die Straße gehen, verabschiedet der Bundestag ein Gesetz, mit dem die persönliche Freiheit von schutzsuchenden Menschen weiter massiv eingeschränkt wird, um sie noch brutaler abzuschieben. Ob es Rückführung oder Remigration genannt wird, es bleiben Deportationen.</p>
<p>Im Dezember schockierte ein brutaler Bruch des Kirchenasyls in Schwerin die Öffentlichkeit. Die Abschiebung konnte durch die Betroffenen verhindert werden. An diesem und anderen Tabubrüchen können wir in den letzten Jahren live beobachten, wie der rassistische Diskurs zu brutaler Praxis wird. Im Fall des Kirchenasyls auf dem Dresch politisch verantwortet durch die Grüne Sozialministerin Aminata Touré in Schleswig-Holstein.</p>
<p>Auch die Innenminsterin Nancy Faeser &amp; Bundeskanzler Olaf Scholz machen Wahlkampf mit geflüchteten-feindlichen Parolen. Ob Scholz &#8222;Abschiebungen im großen Stil&#8220; fordert oder Faeser die Grenzgefängnisse für Schutzsuchende, auch Kinder, als Erfolg für Europa feiert, in diesen Tagen inszenieren sie sich auf Demos gegen rechts als gute Demokrat*innen. SPD und FDP fordern seit Jahren rassistische Gesetze und mehr Abschiebungen. Die Grünen im Bundestag und die LINKE in MV behaupten zwar, dass sie es anders wollen, machen aber trotzdem mit. Auch von den Jungendorganisationen der Parteien, den Jusos, Solid und der Grünen Jugend hören wir keine relevante Kritik an den Deportationsplänen ihrer Mutterparteien.</p>
<p>Wer sich dem Rassismus nicht entgegenstellt, ist mitverantwortlich für die immer stärker werdene rechte Front und schürt die Hetze nach Abschiebungen. Der geflüchtetenfeindliche Rassismus mündet zum Beispiel darin, dass seit Januar wieder in den Iran abgeschoben wird, während dort fast täglich unsere Genoss:innen am Galgen baumeln. Diese Hetze verankert aber auch seit Jahren rechte Kampfbegriffe und Konzepte in den Institutionen diesen Staates. Die Ausländerbehörde Rostock hat ganz selbstverständlich eine Abteilung &#8222;Remigration&#8220;. Ich frage jeden einzelnen von euch: Tut ihr euer Möglichstes, um das Vordringen rassistischer Ideologien in die Mitte unserer Demokratie aufzuhalten? Habt ihr es in den letzten Jahren getan?</p>
<p>Die rassistische Hetze führt auch zu rassistischen Gesetzen wie der Bezahlkarte für Flüchtlinge. Manuela Schwesig und Christian Pegel feiern diesen Mist. Vor 5 Tagen haben die SPD-Abgeordneten im Bundestag und Teile der Grünen weitreichende Leistungskürzungen und Grundrechtseingriffe beschlossen, die Asylsuchenden täglich das Gefühl geben Menschen zweiter Klasse zu sein. Sie stürzen sie in extreme Armut und beschneiden durch ein weiteres rassistisches Kontrollinstrument ihre Freiheit. Die SPD war in der Großen Koalition fast 10 Jahre an unzähligen Gesetzesverschärfungen und Entrechtungen von Asylsuchenden beteiligt. Solche Gesetze schaffen die rechtlichen Rahmenbedingungen und langfristig betrachtet die Infrastruktur für ebenjene Deportationspläne der Faschisten, Beispiel Abschiebezentren in Nordafrika. Die radikalen Ideen der AfD und Identitären Bewegung sind nur die Spitze des Eisbergs der derzeit herschenden Asylpolitik. Faschismus kommt nicht über Nacht. Er drängt sich langsam und leise in immer weitere Teile der Gesellschaft.</p>
<p>Wir müssen ihn aufhalten. Genau jetzt. In jeder Erscheinungsform.</p>
<p>Rassistische Gesetze sind menschengemacht. Das heißt: Wir können sie ändern. Lasst uns das tun. Alle gemeinsam.</p>
<p>An alle von euch, die in irgendeiner Partei organisiert sind:</p>
<ul>
<li>Tretet den Kampf gegen Rassismus auch in den Parlmentem an. Jetzt. Nicht in Brandreden gegen die AfD, sondern &#8222;stabil gegen Rassismus&#8220; (wie es im rot-roten Koalitionsvertrag in MV heißt). Streicht die rassistischen Gesetze. Macht die sofort rückgängig.</li>
<li>Macht Gesetze, die Bleiberecht schaffen. Schafft zum Beispiel Gesetze, die vom ersten Tag an den Wechsel vom Asylverfahren in andere Bleiberechtsregelungen ermöglichen.</li>
</ul>
<p>An alle, die hier sind und in der Zivilgesellschaft aktiv sind: Hier stehen ist gut. An den Verhältnissen etwas ändern ist besser! Macht Druck. Wendet euch an die Parteien, macht euch laut für ein Ende der bürgerlichen Deportationspläne, für ein Ende der Sparmaßnahmen und Verarmungspolitik. Seid laut in jedem Moment, zB wenn im Sommer im Fahnenmeer der Männer-Fußball-EM Nationalismus und rechte Übergriffe erstarken. Seid laut. Geht auf die Straßen. Übt massenhaften zivilen Ungehorsam. Findet kreative Protestformen, die diese Demokratie verteidigen und vielleicht sogar über sie hinausweisen.</p>
<p>Unsere Maxime muss sein:<br />
Rassistische Gesetze streichen! Bleiberecht schaffen!<br />
Bewegungsfreiheit für jeden Menschen!<br />
Hoch die internationale Solidarität!</p></div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Dublin abschaffen statt GEAS-&#8222;Reform&#8220;!</title>
		<link>https://bleiberecht-mv.org/de/stopgeas/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bernadette]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Dec 2023 12:56:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Abschiebungen stoppen!]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Solidarität]]></category>
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					<description><![CDATA[Dublin-Verordnung abschaffen bedeutet: Bewegungsfreiheit. Es bedeutet, dass Menschen sich dort ein Leben aufbauen können, wo sie es für sinnvoll und[...]]]></description>
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<div id="magicdomid4" class="ace-line" aria-live="assertive"><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">Dublin</span><span class="author-a-z76zz80zhdjhe0nz81z8z73zb2z90zu">-Verordnung</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z"> abschaffen bedeutet: Bewegungsfreiheit. Es bedeutet, dass Menschen sich dort ein Leben aufbauen</span><span class="author-a-z76zz80zhdjhe0nz81z8z73zb2z90zu"> können</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">, wo sie es für sinnvoll und möglich halten. Wenn man das kombiniert mit Gesetzen, die ein freies Leben am Ort der Wahl möglich machen, schafft man eine gute Gesellschaft und eine gute Zukunft. &#8222;Prinzip <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/fluechtlinge-in-italien-willkommen-in-riace-100.html">Riace</a>*&#8220;. </span></div>
<div aria-live="assertive"></div>
<p><span id="more-5433"></span></p>
<div id="magicdomid5" class="ace-line" aria-live="assertive"></div>
<div id="magicdomid6" class="ace-line" aria-live="assertive"><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">Oder um es mit den Worten einer klugen Frau zu sagen: &#8222;[&#8230;] der beste Weg, die Zahl der Flüchtlinge in Europa zu begrenzen, ist, ihre Flucht für beendet zu erklären, sobald sie europäischen Boden betreten. Sie sind fortan keine Flüchtlinge mehr, sondern freie Menschen.&#8220; (<a href="https://kolumne.gorki.de/kolumne-42/">Mely Kiyak</a>*) </span></div>
<h2 id="magicdomid8" class="ace-line" aria-live="assertive"><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z b"><b>Warum schreiben wir das? </b></span></h2>
<div id="magicdomid9" class="ace-line" aria-live="assertive"><a href="https://www.proasyl.de/pressemitteilung/fatale-geas-einigung-rechtsruck-in-europa-manifestiert-sich-im-abbau-der-menschenrechte-beim-fluechtlingsschutz/"><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">Letzte Woche hat die EU beschlossen die Europäischen Asylgesetze</span><span class="author-a-z89zz73zbz67zz79zz87zz78z6lz88zz75zz122z03z71z4"> (bekannt als GEAS)</span></a><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z"> zu verschärfen. Die Bundesregierung macht munter mit. Das Ganze ist ein Asylkompromiss 2.0, eben diesmal auf EU-Ebene. Es ist auch eine deutliche Positionierung der sog. bürgerlichen Mitte pro Koalitionen mit (Post-)Faschist:innen wie Georgia Meloni</span><span class="author-a-z89zz73zbz67zz79zz87zz78z6lz88zz75zz122z03z71z4"> (</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">die </span><span class="author-a-z89zz73zbz67zz79zz87zz78z6lz88zz75zz122z03z71z4">itali</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">e</span><span class="author-a-z89zz73zbz67zz79zz87zz78z6lz88zz75zz122z03z71z4">nische Ministerpräsidentin)</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z"> in Richtung autoritärer Verschärfungen. </span></div>
</p>
<div id="magicdomid10" class="ace-line" aria-live="assertive"></div>
<div id="magicdomid11" class="ace-line" aria-live="assertive"><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">Abschottung ist falsch und sie funktioniert nicht. Das sehen wir seit den 1990ern. Da wurde nach den Pogromen</span> <span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">(zB in </span><span class="author-a-z89zz73zbz67zz79zz87zz78z6lz88zz75zz122z03z71z4">Rostock-Lichtenhagen</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">) das Dublin-System erfunden (&#8222;sichere Drittstaaten&#8220;) und in ganz Europa durchgesetzt. Flüchtlinge sollen</span><span class="author-a-z76zz80zhdjhe0nz81z8z73zb2z90zu"> einen Asylantrag nur an den Außengrenzen der EU stellen</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z s">,</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z"> damit die zentraleuropäischen Länder auswählen können, wer bis hier her kommen darf (vgl. 2015: Syrer:innen ja, alle anderen nein). </span></div>
</p>
<div id="magicdomid12" class="ace-line" aria-live="assertive"></div>
<div id="magicdomid13" class="ace-line" aria-live="assertive"><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">Um Dublin durchzusetzen, verschiebt man Menschen von Land zu Land als wären sie Pakete. Dafür macht man brutale, teure, aufwendige Abschiebungen, die einzig</span><span class="author-a-z76zz80zhdjhe0nz81z8z73zb2z90zu"> diesem</span> <span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">Prinzip dienen. Seit Jahren ist das zB für Deutschland ein Nullsummenspiel: Wir schieben etwa so viele Leute per Dublin ab wie auch zu uns abgeschoben werden. Ergebnis sind solche unwürdigen Polizeieinsätze wie die <a href="https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Kirchenasyl-gebrochen-Kritik-nach-Abschiebeversuch-durch-Polizei-in-Schwerin,abschiebung1008.html">am 20.12.2023 aus dem Kirchenasyl in Schwerin.</a></span></div>
<h2 id="magicdomid15" class="ace-line" aria-live="assertive"><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z b"><b>Eine andere Welt ist möglich</b></span></h2>
<div id="magicdomid16" class="ace-line" aria-live="assertive"><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">Menschen wissen, was sie tun und wohin sie wollen. Sie haben eine Vorstellung davon wo und </span><span class="author-a-z76zz80zhdjhe0nz81z8z73zb2z90zu">wie</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z"> sie leben und arbeiten wollen. Sie an Grenzen aufzuhalten, einzusperren und in die Länder (</span><span class="author-a-z76zz80zhdjhe0nz81z8z73zb2z90zu">z.B. </span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">Türkei, Libyen) abzuschieben, in denen sie offensichtlich NICHT leben und arbeiten können</span><span class="author-a-z76zz80zhdjhe0nz81z8z73zb2z90zu"> und wollen</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">, funktioniert nicht.</span></div>
</p>
<div id="magicdomid17" class="ace-line" aria-live="assertive"></div>
<div id="magicdomid18" class="ace-line" aria-live="assertive"><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">Denn die europäischen Grenzen sind riesig. Man wird Einige fangen, aber nicht alle. Viele werden dabei sterben. <a href="https://zrzutka.pl/rab8e2">Erfrieren</a>, <a href="https://www.theguardian.com/global-development/2023/nov/23/greece-how-migrants-became-scapegoats-for-devastating-wildfires-evros">verbrennen</a>, <a href="https://www.africanews.com/2023/07/31/migrants-between-life-and-death-in-tunisia-libya-desert/">verdursten</a>, <a href="https://www.ecchr.eu/en/case/croatia-pushback-of-refugees-using-extreme-violence-and-sexual-assault/">geschlagen und gedemütigt</a> werden. Die, die man nicht fängt, steckt man in unsichtbare Gefängnisse, in restriktive Asylsysteme. Auch da bastelt die Bundesregierung grade an einem weiteren Haufen <a href="https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/migration-asyl-beschluesse-100.html">Bullshit-Gesetzen</a>. Diejenigen, die in (europäischen) Ländern festsitzen, wo es keine Jobs, keine Wohnungen, keine Zukunft für sie gibt, werden trotzdem irgendwann weitergehen (Sekundärmigration, wie zB in den letzten zwei Jahren aus Türkei und Griechenland). Flucht lässt sich nicht kontrollieren, sie lässt sich nur nachvollziehen. &#8222;Ordnung&#8220; ist hier wie fast überall ein irreführende</span><span class="author-a-z81zxncaz67zz88zoddsz75zvs5z82z">r</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z"> konservativer Kampfbegriff. </span></div>
</p>
<div id="magicdomid19" class="ace-line" aria-live="assertive"></div>
<div id="magicdomid20" class="ace-line" aria-live="assertive"><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">Die GEAS-&#8222;Reform&#8220; ist keine Reform der bestehenden Regelungen. Sie verschärft Gesetze, die jetzt schon nicht funktionieren. <a href="https://mediendienst-integration.de/artikel/fragen-und-antworten-zur-eu-asyl-reform.html">Hier lest </a></span><span class="author-a-z81zxncaz67zz88zoddsz75zvs5z82z">ih</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">r</span><span class="author-a-z81zxncaz67zz88zoddsz75zvs5z82z">,</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z"> was genau in den Verschärfungen steckt</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">.</span></div>
</p>
<div id="magicdomid21" class="ace-line" aria-live="assertive"></div>
<div id="magicdomid22" class="ace-line" aria-live="assertive"><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">Diese Gesetze sind rassistisch, aber auch schlichtweg: Dumm. Denn wenn in 5 Jahren klar sein wird, dass sie eben niemanden davon abhalten die Knäste im Iran, die Bomben in Syrien, die Repression in der Türkei, die Islamisten im Irak und Somalia, die Folter in Eritrea hinter sich zu lassen, dann geht genau die gleiche Debatte von vorne los &#8211; nur werden die A</span><span class="author-a-z76zz80zhdjhe0nz81z8z73zb2z90zu">b</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">schottungsinstrumente noch brutaler sein und die Zustimmung dafür wird sich bis weit ins bürgerliche Milieu erstrecken. </span></div>
</p>
<div id="magicdomid23" class="ace-line" aria-live="assertive"></div>
<div id="magicdomid24" class="ace-line" aria-live="assertive"><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z"><a href="https://taz.de/Ex-Gruener-zum-Austritt-wegen-Asylpolitik/!5981460/">Einige bekannte Mitglieder der Grünen sind angesichts dieses Kurswechsels aus der Partei ausgetreten</a>. Richtig so, wir sprechen ihnen hierfür unsere volle Unterstützung aus. Denn mit &#8222;Humanität und Ordnung&#8220; vertreten die Grünen nun <a href="https://www.br.de/nachrichten/bayern/seehofer-hat-seinen-masterplan-migration-vorgestellt,QxOH7HU">Seehofer-Politik</a>. Die 6 Mitglieder Tareq Alaows, Bakri Haj Bakr, Haneen Stif, Mouatasem Alrifai, Nouri Kharouf und Qusay Amer erkennen sehr richtig, dass diese Verschärfung alle trifft. </span></div>
</p>
<div id="magicdomid25" class="ace-line" aria-live="assertive"><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">Alle Asylsuchenden und auch alle Menschen ohne Fluchterfahrung. Denn auch wir leben bald in einem Europa, das Infrastruktur für Masseninhaftierungen schafft und bereit ist</span><span class="author-a-z81zxncaz67zz88zoddsz75zvs5z82z">,</span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z"> auf die politischen Ideen von Autokraten wie Erdogan einzugehen. </span></div>
</p>
<div id="magicdomid26" class="ace-line" aria-live="assertive"></div>
<div id="magicdomid27" class="ace-line" aria-live="assertive"><strong><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">Es gibt noch die Möglichkeit den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Eine andere Welt ist möglich. Es ist jetzt so nötig wie nie, dass wir auf die Straßen gehen, dass wir Allianzen schmieden und bereits jetzt neue solidarische Unterstützungsformen für people on the move unter den verschärften Bedingungen entwickeln. </span><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">Der Staat wird uns dabei nicht helfen, egal wer ihn regiert, das zeigt uns die letzte Woche deutlich. </span></strong></div>
</p>
<div id="magicdomid29" class="ace-line" aria-live="assertive"></div>
<div id="magicdomid30" class="ace-line" aria-live="assertive"><strong><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">Unsere Solidarität muss vor allem eine Graswurzel-Solidarität mit den Aktivist:innen sein, die überall auf der Welt für Freiheit und Würde kämpfen und denen wegen dieser Kämpfe Tod und Folter drohen. Internationale Solidarität muss praktisch werden. </span></strong></div>
<div aria-live="assertive"></div>
<div id="magicdomid31" class="ace-line" aria-live="assertive">
<hr />
</div>
<h5 id="magicdomid32" class="ace-line" aria-live="assertive"><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">*Riace ist eine Stadt in Süden Italiens, in der ein progressiver Bürgermeister 20 Jahre lang den demografischen Wandel mit einer Politik des &#8222;Refugees Welcome&#8220; beantwortete, äußerst erfolgreich bis die Salvini-Regierung dazwischen funkte. </span></h5>
<h5 id="magicdomid33" class="ace-line" aria-live="assertive"><span class="author-a-6z66zkz80zz87zz66znmoz78zgdc9z88zz76z">** &#8222;<a href="https://kolumne.gorki.de/kolumne-42/">Krasse Krise</a>&#8222;, Kiyaks Theater-Kolumne</span></h5>
<div id="magicdomid36" class="ace-line" aria-live="assertive"></div>
<div id="magicdomid37" class="ace-line" aria-live="assertive"></div>
<div id="magicdomid38" class="ace-line" aria-live="assertive"></div>
<div id="magicdomid39" class="ace-line" aria-live="assertive"></div>
</div>
</div>
</div>
</div>
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</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Versuchte Abschiebung aus Schweriner Kirchenasyl</title>
		<link>https://bleiberecht-mv.org/de/kirchenasyl-abschiebung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bernadette]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Dec 2023 13:29:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Abschiebungen stoppen!]]></category>
		<category><![CDATA[Aktionen, Aufrufe, Redebeiträge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://bleiberecht-mv.org/?p=5423</guid>

					<description><![CDATA[Am 20. Dezember versuchte die Ausländerbehörde Kiel zwei Leute aus dem Kirchenasyl in Schwerin abzuschieben. Innenministerium und Polizei MV unterstützten[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="pl-5423"  class="panel-layout" >
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<p class="_ap3a _aaco _aacu _aacx _aad7 _aade" dir="auto">Am 20. Dezember versuchte die Ausländerbehörde Kiel zwei Leute aus dem Kirchenasyl in Schwerin abzuschieben. Innenministerium und Polizei MV unterstützten das brutal. Am 23.12. haben wir eine solidarische Kundgebung organisiert.</p>
<p dir="auto"><span id="more-5423"></span></p>
<p class="_ap3a _aaco _aacu _aacx _aad7 _aade" dir="auto">Auch in Kiel gab es zeitgleich Protest. An beiden Kundgebungen nahmen jeweils 100 Leute teil &#8211; ein klares Signal an das Innenministerium MV und die Ausländerbehörde Kiel. Wir haben der Familie im Kirchenasyl Soli-Fotos von beiden Aktionen vorbeigebracht, um unsere Anteilnahme auszudrücken.</p>
<p class="_ap3a _aaco _aacu _aacx _aad7 _aade" dir="auto">Was in Schwerin passiert ist, ist symptomatisch für die rassistische Asylpolitik, die zur Zeit immer weiter verschärft wird. Wir fordern:</p>
<ul>
<li class="_ap3a _aaco _aacu _aacx _aad7 _aade" dir="auto">eine deutliche Positionierung des Innenministerium MV, dass das Kirchenasyl in Zukunft unangetastet bleibt.</li>
<li class="_ap3a _aaco _aacu _aacx _aad7 _aade" dir="auto">ein Ende der autoritären Asylgesetzverschärfungen und</li>
<li class="_ap3a _aaco _aacu _aacx _aad7 _aade" dir="auto">Schutz für Menschenrechtsaktivist:innen. Afghanistan ist nicht sicher!</li>
</ul>
</div>
</div>
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<h2>Abschiebungen machen krank</h2>
<p>Ernst-Ludwig Iskenius hat auf der Kundgebung einen Redebeitrag für Pro Bleiberecht gehalten. Wir dokumentieren diesen hier.</p>
<p><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Lest hier den Redebeitrag</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></p>
<p align="left"><span style="font-size: large;">Zunächst vielen Dank an die Organisatoren, die diese Kundgebung noch vor den Feiertagen organisiert haben. Nach den Feiertagen wäre unser Anliegen wieder untergegangen.</span></p>
<p align="left"><span style="font-size: large;">Vielen Dank aber auch, dass Ihr trotz des nass-kalten Wetters gekommen seid. Ihr setzt ein Zeichen, um zu zeigen, dass dieser Angriff von uns, der aktiven Zivilgesellschaft, mit Protest und Widerstand zurückgewiesen wird. Wir können nicht einfach zusehen, wie die von uns jahrelang erkämpften Frei- und Schutzräume für bei uns Schutz suchenden Menschen wieder genommen werden. Dieser Angriff zielt klar auf die Würde von uns allen. Wir sollen uns nicht einbilden dürfen, Menschen, denen der Schutz staatlicherseits verweigert und das Recht, hier eine neue Heimat in Würde zu finden, abgesprochen wird, selbst dieses Menschenrecht verteidigen zu können. Es soll keine frei organisierten Schutzräume geben.</span></p>
<p align="left"><span style="font-size: large;"><b>Jede Abschiebung ist ein staatlich legitimierter Gewaltakt. </b>Er zielt direkt auf die Gesundheit der betroffenen Menschen. Er ist, wie viele noch glauben, kein Spaziergang oder Ausflug ins Herkunftsland oder, wie in diesem Fall in ein Dublin-Land, wo sie mit offenen Armen empfangen würden. <b>Nein,</b> er erschüttert zutiefst das Sicherheitsgefühl und reißt neue traumatische Wunden auf. Wir erleben es, wenn wir von den Zusammenbrüchen erfahren. Sie lassen, meist unsichtbar tiefe Wunden, Narben und Spuren zurück, an denen die Betroffenen manchmal lebenslang leiden müssen. Abschiebungen bedeuten: Ihr seid nicht willkommen, Ihr seid unerwünscht, Ihr habt kein Recht, hier zu sein. <b>Dem müssen wir einen klaren Riegel vorschieben.</b></span></p>
<p align="left"><span style="font-size: large;">Dringend notwendige Schutzräume, um Fehlentscheidungen wenigstens halbwegs zu korrigieren, werden zunehmend eingeschränkt. Schutzräume sind wichtig, um endlich mal durchatmen zu können, endlich sich mal sicher vor staatlicher Gewalt fühlen zu können, endlich mal Menschen begegnen zu können, denen man vertrauen kann, alles Grundbedürfnisse, die eine staatlich verordnete Asylpolitik Geflüchteten zunehmend verwehrt. </span></p>
<p align="left"><span style="font-size: large;">Unsere Erfahrungen sind: <b>Dieses ist meist der Anfang</b><b>!</b> Der Umgang mit Geflüchteten und hilfesuchenden Menschen ist häufig das Experimentierfeld, um allmählich weitere autoritäre Strukturen in die Gesellschaft einzupflanzen und Menschen ihre sozialen und selbst verwalteten Freiräume zu nehmen. Hilfe und Unterstützung wird zunehmend kriminalisiert. Sie müssen mit Gewalt und polizeilich beendet werden.</span></p>
<p align="left"><span style="font-size: large;">Ich erkläre hier offen und klar: Gegen dieses autoritäre Ansinnen werde ich mich mit allen meinen Möglichkeiten entgegenstellen und bis hin zu <a href="https://bleiberecht-mv.org/de/2018/09/21/ungehorsam/">zivilen Ungehorsam</a> unsere Würde aller verteidigen versuchen. Das ist bitter nötig, seit die jetzige Bundesregierung mit ihrem Rückführungsgesetz aus Rücksicht auf den Rechtspopulismus diese Angriffe institutionalisieren und ausweiten möchte. <b>Die Würde einer offenen Gesellschaft gilt es zu verteidigen und nicht in Ohnmacht und Resignation versinken</b>. </span></p>
<p align="left"><span style="font-size: large;">Ich danke Euch, dass Ihr hier zugehört habt.</span></p>
<p></div></div></p></div>
</div>
</div>
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<h2>Hinweis: Neue Meldestelle für Abschiebungen aus dem Krankenhaus</h2>
<p>Wie das Kirchenasyl sollten Krankenhäuser Schutzräume sein. Wir verweisen deshalb an dieser Stelle auf die neue Meldestelle. Sie wurde von den IPPNW ins Leben gerufen. Ihr findet dort zudem <a href="https://www.behandeln-statt-verwalten.de/materialien">Material</a> für solidarische Arbeit im medizinischen Kontext.</p>
<h3 style="text-align: center;"><a href="http://www.behandeln-statt-verwalten.de">www.behandeln-statt-verwalten.de</a></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p></div>
</div>
</div>
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<h2>Dublin funktioniert nicht</h2>
<p>Bereits im August haben wir anlässlich des Gedenkens an das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen und an die daran anschließenden Gesetzesverschärfungen in einem Offenen Brief vom Innenministerium MV und der Landesregierung gefordert: Dublin-Abschiebungen aussetzen! Denn die brutale Abschiebepraxis hat ihre Wurzeln in rassistischen Gesetzen. <strong><br />
</strong></p>
<p>Der Brief blieb bisher unbeantwortet, <a href="https://bleiberecht-mv.org/de/2023/08/23/lichtenhagen2023-offenerbrief/">der Inhalt bleibt aktuell.</a></p>
<p><div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Lest hier einen Auszug aus dem Brief</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim"></p>
<p><strong>Dublin-Abschiebungen aussetzen!</strong></p>
<p>Im &#8222;Asylkompromiss&#8220; war die strukturelle Abschottung Mitteleuropas von Asylgesuchen mit der Einführung der sicheren Drittländer bereits angelegt und mündete Jahre später in der Dublin-Verordnung. Dass diese schlichtweg nicht funktioniert, weil sie das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen missachtet, zeigt sich in der andauernden Debatte um das nicht funktionsfähige Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS). Menschen fliehen und migrieren nicht ohne Ziel.</p>
<p>Wir fordern die Landesregierung auf, sich in allen Gremien des Bundestags für eine vollständige Abschaffung der Dublin-Verordnung einzusetzen; auf Bundesebene darauf hinzuwirken, dass das BAMF einen Selbsteintritt für die Asylverfahren in allen Dublin-Fällen macht; und auf EU-Ebene keiner weiteren Zusammenarbeit mit rechtsextremen und faschistoiden Regierungen wie derzeit in Italien, Ungarn und Polen zustimmt.</p>
<p>Zwischenzeitlich fordern wir die Landesregierung auf, ausgleichende Maßnahmen auf Landesebene zu treffen:</p>
<ul>
<li>Aussetzung sämtlicher Dublin-Abschiebungen!</li>
<li>Damit verbunden die zwischenzeitliche Erteilung von Abschiebeverboten und damit Schaffen eines Zugangs zu Bildung und Arbeit für die Betroffenen!</li>
</ul>
<p></div></div></p></div>
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		<title>Unser Redebeitrag zum 13.12.: Rassistische Gesetze und Abschiebungen</title>
		<link>https://bleiberecht-mv.org/de/redebeitrag-1312/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bernadette]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Dec 2023 13:30:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Abschiebungen stoppen!]]></category>
		<category><![CDATA[Aktionen, Aufrufe, Redebeiträge]]></category>
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<p class="_ap3a _aaco _aacu _aacx _aad7 _aade" dir="auto">Am 13.12. haben wir bei der Kundgebung &#8222;Kein Freund, kein Helfer&#8220; in Rostock anlässlich des Internationalen Tags der Polizeikritik einen Redebeitrag gehalten. Wir haben Abschiebungen und rassistische Gesetze thematisiert, denn staatliche Gewalt gegen Asylsuchende ist strukturell und hängt nicht (aber natürlich manchmal auch) an einzelnen Cops.</p>
<p class="_ap3a _aaco _aacu _aacx _aad7 _aade" dir="auto"><span id="more-5428"></span>Abschiebungen sind Gewalt. Sie sind psychische Gewalt, weil sie jemanden zwingen an einen Ort zu gehen, an dem die Person nicht sein will. Aber auch, wenn zB Kinder mit ansehen müssen wie ihre Eltern in Handschellen abgeführt werden. Abschiebungen sind auch körperliche Gewalt. Das geht von &#8222;einfachen&#8220; Zwangsmitteln über die zwangsweise Verabreichung von Beruhigungsmittel bis hin zu Freiheitsentzug in Abschiebehaft). Gewalt ist es auch, wenn Betroffene am Ende der Abschiebung Polizist:innen übergeben werden, von denen sie bereits Gewalt erfahren haben. Im Herkunftsland, aber auch im Rahmen von innereuropäischen Abschiebungen. Wir alle kennen die Demütigungen und Gewalt, die an den Grenzen in Kroatien, Bulgarien, Polen täglich im Rahmen von Pushbacks passieren.</p>
<p>Am 13.12. kritisieren wir linke Gruppen oft Rechtsbrüche von Cops. Man muss sich allerdings bewusst machen, dass Cops in Sachen Abschiebung in den meisten Fällen kein Recht brechen. Sie wenden bestehendes Recht an. Rassistisches Recht.</p>
<p>Wir sehen auch im aktuellen Diskurs um Gesetzesverschärfungen gegen Asylsuchende, Migrant:innen und sogar Deutsche mit Migrationsgeschichte, wie ein rassistischer Diskurs rund um Flucht/Asyl zu Parallelgesetzen werden, die die Gesellschaft als legitim ansieht.</p>
<p dir="auto"><span class="_ap3a _aaco _aacu _aacx _aad7 _aade" dir="auto"><strong>Ein Beispiel:</strong> Für deutsche Linke, die möglicherweise von Repression betroffen sind, gilt das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung. Wenn die Cops in unsere Wohnungen wollen, müssen sie sich dafür die Erlaubnis eines Richters/Richterin einholen, die überprüfen ob es Gründe gibt unsere Grundrechte zu verletzen. Für Geflüchtete gilt dieses Grundrecht nicht. Cops brauchen keinen Durchsuchungsbeschluss, um während Abschiebungen in die Privaträume der Betroffenen zu gehen. Sie dürfen sogar in die Privaträume von unbeteiligten Anderen, die mit in der Sammelunterkunft wohnen. Einige Gerichte bis hoch zum Bundesverwaltungsgericht mussten erst klarstellen, dass die Unverletzlichkeit der Wohnung auch in Sammellager gilt. Doch sie gilt weiterhin nicht bei Abschiebungen.</span></p>
<p dir="auto"><span class="_ap3a _aaco _aacu _aacx _aad7 _aade" dir="auto">Beispiel 2: Abschiebehaft. Die Polizei macht die Abschiebehaft nicht. Sie sammelt die Leute ein und übergibt sie dann an den Knast. Ein gutes Beispiel also um zu verstehen, dass das Problem auch in den rassistischen Institutionen außenrum steckt. Die Kriterien rund um Abschiebehaft wurden in den vergangenen Jahren unter der konservativen Leitlinie &#8222;strikter abschieben&#8220; immer wieder verschärft. Die Kriterien jemanden in Abschiebehaft zu nehmen, wurden dabei so weit ausgeweitet, dass sie nun nahezu jede:n Asylsuchende:n betreffen. Ein Kriterium ist es zB, dass jemand &#8222;erhebliche Geldbeträge&#8220; ausgegeben hat, um nach Deutschland zu kommen. Das haben nahezu alle, denn der Weg nach Europa ist teuer, da es keine legalen Einreisewege gibt.</span></p>
<p dir="auto"><span class="_ap3a _aaco _aacu _aacx _aad7 _aade" dir="auto">Wir können beim Thema Polizei im Kontext von Asyl nicht nur Polizist:innen als solche kritisieren. Wir müssen immer das rassistische System im Blick haben. Daher rufen wir im Rahmen des bundesweiten Aktionstages &#8222;Rassismus bekämpfen. Ausländerbehörden abschaffen!&#8220; zum Protest vor der Ausländerbehörde Bad Doberan auf. Ausländerbehörden stehen sinnbildlich für den Rassismus in den deutschen Gesetzen. </span></p>
<p dir="auto"><span class="_ap3a _aaco _aacu _aacx _aad7 _aade" dir="auto">Fahrt mit uns dort hin und zeigt eure Solidarität mit den Betroffenen der rassistischen Asylpolitik!</span></p>
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		<title>Auf die Freiheit! Redebeitrag in Glückstadt von Sami</title>
		<link>https://bleiberecht-mv.org/de/sami-redebeitrag-glueckstadt/</link>
					<comments>https://bleiberecht-mv.org/de/sami-redebeitrag-glueckstadt/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bernadette]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 May 2023 08:14:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Abschiebungen stoppen!]]></category>
		<category><![CDATA[Aktionen, Aufrufe, Redebeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Solidarität]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 13. Mai fand in Glückstadt vor dem Abschiebeknast die Demo &#8222;&#8230; bis der Knast wieder schließt!&#8220; statt. Es gab[...]]]></description>
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<p>Am 13. Mai fand in Glückstadt vor dem Abschiebeknast die Demo &#8222;&#8230; bis der Knast wieder schließt!&#8220; statt. Es gab viele bewegende Redebeiträge von derzeitigen und ehemaligen Insassen, von Angehörigen von Abgeschobenen und von Unterstützer:innen. Ein Beitrag kam von <a href="https://bleiberecht-mv.org/de/2022/10/11/sami-ist-frei/">Sami, den die Ausländerbehörde Neubrandenburg noch im Oktober in den Iran abschieben wollte.</a> Lest hier den Beitrag.</p>
<p><span id="more-5189"></span></p>
<p>Liebe Freundinnen und Freunde,</p>
<p>ich stehe heute vor euch, um über meine Erfahrungen im Abschiebegefängnis Glückstadt zu sprechen. Ich war dort vom 7. bis zum 10. Oktober drin. Als mich die Polizei am 6. Oktober in Stavenhagen verhaftet hat, haben sie nicht gesagt, dass es um Abschiebung ging. Ich verbrachte eine Nacht in einer Zelle, ohne meine Brille und ohne Informationen.</p>
<p>Als ich in Glückstadt war, wurde ich behandelt, wie ein gefährlicher Krimineller. Sie brachten mich dazu, mich selbst zu hassen und mein Selbstvertrauen zu verlieren. Ich fühlte mich sehr fremd und hatte schreckliche Albträume. Jedes vorbeifliegende Flugzeug war wie eine Kugel in meinem Kopf.</p>
<p>Wegen dieser schlimmen Erfahrung bin ich nach meiner Freilassung nicht mehr derselbe Mensch. Ich bin in Therapie, denn ich vergesse viele grundlegende, alltägliche Dinge.</p>
<p>Ich fühlte mich in Glückstadt so kontrolliert, dass ich alle meine Daten gelöscht habe, um ihnen keine Informationen zu geben. Ich habe jetzt keine Fotos mehr, keine Nachrichten oder E-Mails. Alles weg.</p>
<p>Ich wurde freigelassen, weil meine Festnahme illegal war. Die Abschiebung in den Iran war verboten. Ich verdanke meine Freiheit meinen Freunden von ProBleibrecht und den mutigen Menschen im Iran, die gegen die Diktatur der Mullahs kämpfen.</p>
<p>Seit sieben Monaten bin ich nun frei, aber mein Leben hat sich durch diese Erfahrung komplett verändert. Jetzt spüre ich, wie wichtig Freiheit im Leben ist. Ein großes Land wie Deutschland sollte seine Gäste, die Flüchtlinge, nicht abschieben. Sie haben keinen anderen Ort, an den sie gehen können.</p>
<p>Ich träume von einer Welt ohne Gefängnisse und ohne Gefangene. Hier wird den Menschen die Hoffnung genommen. Die Freiheit von Menschen zu nehmen, ist so, als würde man einer Taube die Flügel abschneiden. Das ist das, was Diktatoren tun.</p>
<p>Ich war in einem diktatorischen Land und hier wollten sie mich in den Käfig namens Iran zurückschicken. Aber wie immer sah ich den Regenbogen und wurde wieder frei. Ich bin zwar aus dem Gefängnis entkommen, fühle mich aber immer noch eingesperrt. Eingesperrt in den Käfigen, die Regierungen für uns bauen und uns glauben machen wollen, dass wir glücklich sind.  Es ist an der Zeit, diesen großen Käfig abzuschaffen, den ihr für die Menschen geschaffen habt.</p>
<p>Lasst die Menschen frei und gebt ihnen gleiche Rechte. Dann werdet ihr sehen, dass es keine Notwendigkeit für Gefängnisse gibt. Es gibt Bedarf an Schulen, Akademien und gutes Leben für alle.  Ihr sollt die Menschen lieben, statt sie zu hassen, und sie werden euch ebenfalls lieben.</p>
<p>Ich wünsche den Menschen, die noch in Glückstadt und anderen Gefängnissen sind, und den iranischen Gefangenen, viel Kraft und Freiheit. Eines Tages werden wir gemeinsam das Lied der Freiheit singen.</p>
<p>Auf Freiheit! Vielen Dank.</p>
<p>&nbsp;</p>
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