Die Fabrik der Angst: Das Gefängnis in Glückstadt

Kurz nach Beginn der Jina-Revolution 2022 versuchte die Ausländerbehörde Neubrandenburg Sami in den Iran abzuschieben. Er saß mehrere Tage im Abschiebeknast Glückstadt. Proteste und ein Beschluss der Landesregierung verhinderten vorerst seine Abschiebung. Nach mehr als 2 Jahren Kampf für sein Bleiberecht bekam er letztes Jahr eine Aufenthaltserlaubnis. Gestern besuchte er mit vielen solidarischen Menschen Glückstadt und hielt dort einen Redebeitrag über die Zeit im Knast.

Hallo zusammen! Ich bin Sami.
Ich stehe heute hier vor diesem Ort. Ich war selbst da drin! Nur fünf Tage, aber es war die schlimmste Zeit meines Lebens! Ich habe dort nur Dunkelheit gesehen!

Hört ihr das? Das laute Geräusch der Flugzeuge! Dieses Geräusch bedeutet für die Menschen da drin pure Panik! Fragt euch bitte selbst: Ist es richtig, Menschen mit so viel Angst zu verabschieden? Ist das menschlich? NEIN! Das ist eine Fabrik der Angst!

Wir feiern heute mit unseren Familien. Wir sind frei. Aber die Menschen da drin sind allein! Sie haben niemanden. Sie haben Todesangst! Das darf uns nicht egal sein! Wir dürfen nicht schweigen! Denn wer zu Unrecht schweigt, stimmt zu!

Ich bin nicht hier, um zu drohen. Ich bin hier, um für die Menschlichkeit zu sprechen! Wir dürfen diese Menschen nicht vergessen. Menschlichkeit ist eine Aufgabe für uns alle! Fragt euch selbst: Wie können wir ihnen Hoffnung geben? Wir müssen jetzt ihre Stimme sein!

Ich habe ein Tattoo auf meinem Körper. Es ist meine Erinnerung an diese schwere Zeit. Dieses Tattoo sagt mir jeden Tag: „Sami, vergiss niemals das Geschenk der Freiheit!“

Dieser Ort wollte meine Hoffnung stehlen. Aber wenn ich euch hier sehe, sehe ich eure Stärke! Eure Solidarität ist mein Licht!

Lasst uns laut sein! Für die Menschen da drin! Für die Menschlichkeit! Und für die Freiheit.