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	<title>Bleiberecht Bleiberecht &#8211; PRO BLEIBERECHT</title>
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		<title>PRO Bleiberecht Rostock &#8211; 3. MEET &#038; GREET ☕ &#038; 🍰</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bleiberecht Bleiberecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 May 2025 07:34:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Ihr habt Bock auf antirassistische Arbeit und wollt euch in Rostock und MV engagieren und seid auf der Suche nach[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ihr habt Bock auf antirassistische Arbeit und wollt euch in Rostock und MV engagieren und seid auf der Suche nach einer Gruppe? Dann kommt gerne zu unserem monatlichen Kennenlerntreffen.<br>Ihr könnt auch gerne schon konkrete Themen/Fragen mitbringen.<br></p>



<p><strong>Wann?: Mittwoch, 21.05., 16 Uhr </strong></p>



<p><strong>Wo?: JAZ, Lindenstraße 3B</strong></p>



<p>Wir treffen uns im Rahmen der Vorbereitung für die abendliche KüfA im JAZ. Das heißt, wir schnappen uns einen Tisch, schnippeln ein bisschen mit und quatschen zu Kaffee und Kuchen mit euch. Ab 20 Uhr gibt&#8217;s dann Abendessen.<br><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f345.png" alt="🍅" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f96c.png" alt="🥬" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f966.png" alt="🥦" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f955.png" alt="🥕" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f346.png" alt="🍆" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f9c5.png" alt="🧅" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f954.png" alt="🥔" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1fadb.png" alt="🫛" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f344-200d-1f7eb.png" alt="🍄‍🟫" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f9c4.png" alt="🧄" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/16.0.1/72x72/1f952.png" alt="🥒" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p>Wir freuen uns auf euch!</p>



<p>PRO Bleiberecht Rostock</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Support für die Revolution im Iran auf Landesebene</title>
		<link>https://bleiberecht-mv.org/de/mv-fuer-iran/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bleiberecht Bleiberecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Jan 2023 07:18:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Solidarität]]></category>
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	In den vergangenen Wochen haben wir immer wieder Proteste und Kundgebungen iranischer und kurdischer Freund:innen begleitet, die hier in MV und in Berlin die Revolution im Iran unterstützen. Bei einer dieser Kundgebungen kam seitens einer Genossin von der Partei die LINKE die Frage auf, welche Forderungen wir ganz konkret an die Landesregierung von MV richten.</p>
<p><span id="more-4932"></span></p>
<h2><strong>Jin Jiyan Azadî</strong></h2>
<p>Vorneweg: Der Kernslogan der iranischen Revolution &#8222;Frauen, Leben, Freiheit&#8220; erinnert uns auch in der westlichen Politik an einen Grundsatz, der unter Regierungsführung der CDU/CSU jahrelang aus dem Blick geraten ist:</p>
<p>Der Anspruch an gesellschaftliche Veränderung muss immer a) feministisch sein (soweit haben das vermutlich die meisten Menschen verstanden, die der Revolution auf Social Media folgen). Unser Anspruch an Veränderung muss aber immer auch b) an den Interessen der Arbeiter:innen orientiert sein. &#8222;Jin Jiyan Azadî&#8220; kommt aus der kurdischen Frauenbewegung, aus der sozialistischen und sozialdemokratischen Frauenbewegung. So ist es kein Zufall, dass dort, wo ebenjene politischen Strukturen im Iran stark sind (v.a. in Kurdistan) die Proteste eng verflochten sind mit <a href="https://www.tagesspiegel.de/internationales/aufstand-im-iran-warum-der-motor-der-bewegung-in-kurdistan-liegt-9039508.html" data-cke-saved-href="https://www.tagesspiegel.de/internationales/aufstand-im-iran-warum-der-motor-der-bewegung-in-kurdistan-liegt-9039508.html">Massenstreiks &#8211; in Betrieben, auf Basaren, in Schulen und Universitäten</a>.</p>
<p>Feministische Politik im Sinne der Ausgebeuteten &#8211; eigentlich beste Voraussetzungen für eine rot-rote Landesregierung, um zu glänzen &#8211; sofern sie sich auf ihre Ursprünge besinnt.</p>
<p>Im Folgenden unsere Gedanken, wie das aussehen kann:</p>
<h2><strong>Einsatz auf Bundesebene</strong></h2>
<p>Die grundlegenden Forderungen seitens unserer Freund:innen und Genoss:innen zur Unterstützung des revolutionären Prozesses sind klar: Deutschland und andere mächtige demokratische Staaten in Europa und weltweit müssen das islamistische Regime isolieren und die Basisbewegung unterstützen, um es abzusetzen. Dafür müssen Mitglieder des Regimes und des Repressionsapparates, sowie staatliche Unternehmen sanktioniert werden. Terrororganisationen wie die &#8222;Revolutionsgarden&#8220; müssen auf die Terrorliste der EU.</p>
<p>Die Landesregierung und Vertreter:innen aus MV müssen sich in allen Gremien und Positionen, die sie auf Bundesebene besetzen, aktiv für diese Forderungen einsetzen. Ob im Bundesrat oder als einzelne Abgeordnete von SPD MV und LINKEr MV in verschiedenen Ausschüssen.</p>
<p>Mehr zu den Forderungen unserer kurdischen und iranischen Genoss:innen, ist hier nachzulesen:</p>
<ul>
<li><a href="https://bleiberecht-mv.org/de/2022/10/11/soli-afghanistan-iran-2/" data-cke-saved-href="https://bleiberecht-mv.org/de/2022/10/11/soli-afghanistan-iran-2/">mit Fokus auf die Lage der Frauen </a></li>
<li><a href="https://bleiberecht-mv.org/de/2022/11/27/iranrevolution-1/" data-cke-saved-href="https://bleiberecht-mv.org/de/2022/11/27/iranrevolution-1/">mit Fokus auf die Rolle des kurdischen Widerstands </a></li>
<li><a href="https://bleiberecht-mv.org/de/2022/11/27/iranrevolution-2/" data-cke-saved-href="https://bleiberecht-mv.org/de/2022/11/27/iranrevolution-2/">mit dem Verständnis eines gemeinsamen weltweiten Freiheitskampfs </a></li>
</ul>
<h2><strong>Internationale Solidarität muss praktisch werden</strong></h2>
<p>Der revolutionäre Prozess im Iran begann mit dem Mord an Jina Amini &#8211; so erzählen es meist die kurzen Einleitungstexte in der Berichterstattung seit September. Doch der revolutionäre Prozess begann vor Jahren, wahrscheinlich vor Jahrzehnten. Er begann dort, wo Genoss:innen Strukturen aufgebaut haben &#8211; oft versteckt im Untergrund, oft im Exil und immer mit dem Risiko im Knast zu landen oder hingerichtet zu werden. Die Revolution begann in jeder Entscheidung, mit der Frauen, Student:innen oder Eltern von Inhaftierten zivilen Ungehorsam gelebt haben und sich zu Protesten zusammengeschlossen haben. Die Revolution fand in jeder Minute im Knast statt, in der Oppositonelle seit Jahren ihren Widerstandsgeist aufrecht erhalten haben. Die Revolution fand mit jedem Leben statt, das vom islamistischen Regime genommen wurde.</p>
<p>Menschen, die mit ihrer Arbeit und ihrem Einsatz den Grundstein für den revolutionären Prozess gelegt haben, den wir jetzt sehen, sind hier in Mecklenburg-Vorpommern. Man kann mit ihnen reden. Nicht als Landesregierung, aber als LINKE MV oder SPD MV sollten Politiker:innen den Kontakt suchen zu Genoss:innen von PDK-I, Komallah, AKP-I, Frauenorganisationen, Gewerkschafter:innen, LGBTIQs usw. Es ist an uns auf diejenigen zu zu gehen, die mit ungemein härteren Kämpfen beschäftigt sind. Denn am Ende dieses revolutionären Prozesses steht der Aufbau einer demokratischen Gesellschaft &#8211; und auch hierbei wird es demokratische Verbündete brauchen. Diese Verbündete müssen wir sein.</p>
<h2><strong>Wandel durch Menschenrechte</strong></h2>
<p>Besonders die SPD MV hat in der Vergangenheit in Sachen Außen- und Wirtschaftspolitik folgenschwere schlechte Entscheidungen getroffen, indem sie auf den falschen Esel gesetzt hat (#Putin #Russlandtag #Nordstream). Der Kontakt zu Genoss:innen von der Basis kann ein kritisches Korrektiv zu Einschätzungen aus der Entfernung sein. Denn deren Urteil misst sich stets an der realen Lebenssituation der Bevölkerung, nicht an politischer Selbstinszenierung der Machthabenden. Deren Einschätzung ist selbstverständlich vorrangig nicht wirtschaftspolitisch getragen, sondern führt uns die innenpolitischen Bedingungen vor Augen. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-4933 " src="https://bleiberecht-mv.org/wp-content/uploads/2023/01/Investorenportal-MV-Iran-Unternehmen.png" alt="" width="358" height="345" srcset="https://bleiberecht-mv.org/wp-content/uploads/2023/01/Investorenportal-MV-Iran-Unternehmen.png 833w, https://bleiberecht-mv.org/wp-content/uploads/2023/01/Investorenportal-MV-Iran-Unternehmen-300x290.png 300w, https://bleiberecht-mv.org/wp-content/uploads/2023/01/Investorenportal-MV-Iran-Unternehmen-768x741.png 768w, https://bleiberecht-mv.org/wp-content/uploads/2023/01/Investorenportal-MV-Iran-Unternehmen-600x579.png 600w" sizes="(max-width: 358px) 100vw, 358px" /></p>
<p>Noch 2016 gab es seitens der <a href="https://www.ihk.de/rostock/international/laender-maerkte/iran/unternehmerdelegationsreise-in-den-iran-3424056" data-cke-saved-href="https://www.ihk.de/rostock/international/laender-maerkte/iran/unternehmerdelegationsreise-in-den-iran-3424056">Rostocker Industrie- und Handelskammer unter Beteiligung des SPD-Ministers Pegel</a> Bestrebungen, die wirtschaftlichen Kontakte in den Iran auszubauen. Nur ein halbes Jahr nach dem Ende der damaligen Sanktionen fand eine Reise einer 100-köpfigen Delegation statt, der unter anderem Verwaltungsmitarbeiter:innen aus MV und diverse Unternehmen angehörten &#8211;  kein einziges Mal fallen im Reisebericht die Worte Menschenrechte oder Islamismus. Die Landesregierung, insbesondere das Ressort Wirtschaft, muss darauf hinwirken, dass Unternehmen aus MV sämtliche Kontakte in den Iran abbrechen bis das Land demokratisch regiert wird. Sie muss indes darauf hinwirken, dass öffentlich Informationen darüber zugänglich sind, welche Unternehmen in welchen Branchen mit welchem Auftragseingang derzeit noch mit iranischen Unternehmen zusammenarbeiten (auch über Umwege) &#8211; und ob Waren oder Dienstleistungen aus Mecklenburg-Vorpommern gegen die Revolution eingesetzt werden.</p>
<h5>Screenshot: Investorenportal-mv.de, 3.6.2016</h5>
<h2><strong>Situation für asylsuchende Iraner:innen verbessern</strong></h2>
<p>Die Asylpolitik in Mecklenburg-Vorpommern war in den vergangenen Jahren geprägt von der repressiven Politik des rechten-Prepper-Freundes Lorenz Caffier. Diese Politik setzte auf Zermürbung, Isolation und Abschiebung. Was ansteht, ist ein genereller Paradigmenwechsel in der Asylpolitik: Der Maßstab für den Umgang und die Rechte von Asylsuchenden und Menschen mit Duldung darf nicht die Vorstellung vom &#8222;identitätsbetrügenden kriminellen Asyltouristen&#8220; a la AfD und Union sein. Der Maßstab muss eine demokratische und würdige Begegnung mit Menschen sein, die ziemlich viel auf sich genommen haben, um hier her zu kommen. Die Asylpolitik in MV muss dringend menschenfreundlicher und progressiv werden &#8211; denn exilpolitische Unterstützung für die Revolution geht weitaus besser, wenn man kein psychisches Wrack ist.</p>
<p>Hier unsere Vorschläge wie wir asylsuchende Iraner:innen supporten können, sortiert nach Verfahrensstatus. Wir nennen hier nur Maßnahmen, die landespolitisch machbar sind, keine in bundespolitischer Verantwortung.</p>
<h3><strong>1. Für Menschen im Dublin-Verfahren</strong></h3>
<p>Wenn Menschen durch ein anderes Dublin-Land nach Deutschland eingereist sind, versucht der deutsche Staat sie dorthin abzuschieben. Dieses Verfahren läuft grundsätzlich beim BAMF (also nicht im Einflussbereich der Landesregierung), allerdings müssen die Betroffenen in dieser Zeit in den Erstaufnahmelagern in Nostorf-Horst und Stern Buchholz leben.</p>
<ul>
<li>Warum das Leben in den Aufnahmelagern nicht zumutbar ist, haben wir <a href="https://bleiberecht-mv.org/de/2022/11/29/sternbuchholz/" data-cke-saved-href="https://bleiberecht-mv.org/de/2022/11/29/sternbuchholz/">hier </a>aufgeschrieben.</li>
<li>Warum Mecklenburg-Vorpommern mit dem Bezug zum Pogrom in Rostock-Lichtenhagen eine besondere Rolle darin hat, Aufnahmelager/AnkER-Zentren abzuschaffen, kann man <a href="https://media.lohro.de/recordings/2930#similar_recordings=1" data-cke-saved-href="https://media.lohro.de/recordings/2930#similar_recordings=1">hier</a> nachhören.</li>
</ul>
<p>Unsere Empfehlung an die Landesregierung: Aufenthaltszeit in den Aufnahmelagern per Landeserlass so kurz wie möglich machen. So kurz wie möglich bedeutet: 2-3 Tage für die Registrierung der Asylanträge.</p>
<p>Das würde auch das Problem <a href="https://bleiberecht-mv.org/de/2021/11/14/rot-rot/" data-cke-saved-href="https://bleiberecht-mv.org/de/2021/11/14/rot-rot/">mit der fehlenden Beschulung </a>von Kindern in den Aufnahmelagern lösen.</p>
<h3><strong>2. Für Menschen im Asylverfahren</strong></h3>
<p>Wir haben bereits zu Beginn der rot-roten Regierungskoalition<a href="https://bleiberecht-mv.org/de/2021/11/14/rot-rot/" data-cke-saved-href="https://bleiberecht-mv.org/de/2021/11/14/rot-rot/"> 5 basic Forderungen für eine antirassistische Asylpolitik in MV </a>aufgeschrieben. Drei zentrale Punkte, die natürlich auch auf Iraner:innen zutreffen:</p>
<ul>
<li><strong>No Lager!</strong> Der Vorrang für Unterbringung in Sammellagern in den Kommunen muss weg. Dezentrale Unterbringung in Wohnungen ist selbstbestimmter und gesünder. Einige Begleiterscheinungen von Sammelunterbringung lösen sich damit auf, zB die fehlende Umsetzung der Kinderrechte in solchen Lagern, die besondere Belastung für Frauen und ein Teil rassistischer Stigmatisierungen in der Gesellschaft.</li>
<li><strong>Krankenkassenkarte für alle!</strong> Asylsuchende sind nach dem sog. Asylbewerberleistungsgesetz versichert. Das bedeutet, ihnen stehen nur minimale Gesundheitsleistungen zu, die sie zudem bei den Sozialämtern beantragen müssen und deren Bedarf von Sachbearbeiter:innen (nicht medizinischem Personal!) eingeschätzt wird. In anderen Bundesländern bekommen Asylsuchende trotzdem Krankenkassenkarten von Beginn an. Das erweitert zwar theoretisch nicht den Leistungsumfang, in der Praxis aber schon &#8211; denn Ärzt:innen, die jemand selbstständig aufsucht, schätzen eben vorrangig den mediznischen Bedarf ein, nicht die Kosten für das Sozialamt. Ein besonders heikler Punkt sind die Kosten für Psycholog:innen, die durch das AsylbLG nur bezahlt werden, wenn jemand suizidal oder gefährlich für sich oder andere ist (&#8222;akuter Behandlungsbedarf&#8220;). Menschen mit Knast- und Foltererfahrung brauchen aber oft kontinuierlichen psychologischen Support. In den vergangenen Jahren verursachen auch die stetig verschärften Abschottungspraktiken an den Außen- und Binnengrenzen der EU zunehmenden Versorgungsbedarf.</li>
<li><strong>Deutschkurse für alle!</strong> Sprache ist der Zugang zur Gesellschaft. Aktuell ist sie vor allem der Zugang, um sich politisch zu äußern. Generell aber auch um das eigene Leben in die Hand zu nehmen und hier einen Anfang zu machen und die eigenen Rechte zu vertreten und wahrzunehmen. Deutschkurse sind nach Gesetzeslage derzeit nur mit einem positiv abgeschlossenen Asylverfahren zugänglich und verpflichtend. Die Landesregierung könnte sich aber beispielsweise zur Kostenübernahme für Menschen im Asylverfahren bereit erklären.</li>
</ul>
<p><strong>3. Für Menschen mit Schutzstatus</strong><br />
Gemeint sind hier alle diejenigen, denen das BAMF einen Schutzstatus ausspricht, entweder als Asylberechtigte, als Flüchtlinge nach Genfer Flüchtlingskonvention, als Subsidiär Geschützte oder mit einem Abschiebeverbot.</p>
<p>Die Probleme, die Iraner:innen mit Anerkennung haben, unterscheiden sich kaum von denjenigen anderer Staatsangehöriger. Um nur zwei Beispiele zu nennen:</p>
<ul>
<li>Die Passpflicht zwingt Viele immer wieder in die Botschaft des Regimes vor dem sie geflohen sind. Sie müssen dieses durch Gebühren mitfinanzieren und sich den geltenden Regeln unterwerfen (zB Hijabzwang in der Botschaft). Dieses Problem ließe sich beheben, indem auch andere Dokumente als der Pass zur Identitätsklärung akzeptiert werden, die Identität nur einmalig und nicht bei jeder Verlängerung geklärt werden müsste und die Ausländerbehörden ihr Ermessen bei der Genehmigung von Passersätzen mehr ausnutzen. Dazu braucht es entsprechende Erlasse durch das Innenministerium MV an die Ausländerbehörden.</li>
<li>Der Familiennachzug ist nicht für jeden Schutzstatus gleich geregelt. So ist der Familiennachzug von Menschen mit Subisidärem Schutz aufwendig und begrenzt. Menschen mit Abschiebeschutz müssen ausreichend Einkommen und Wohnraum nachweisen, was angesichts den Lohnniveaus in MV und rassistischer Vergabe auf dem Wohnungsmarkt oft schwierig ist. Hier könnten die Ausländerbehörden ihr Ermessen weit mehr im Sinne der Betroffenen nutzen.</li>
<li>Wichtig wäre, dass die Landesregierung sich angewöhnt, Erlasse und Weisungen an die Ausländerbehörden, Sozialämter und andere involvierte Akteur:innen öffentlich zugänglich zu machen. So wäre es den Betroffenen leichter möglich, ihre Rechte gegenüber den Behörden einzufordern.</li>
</ul>
<h3><strong>4. Für Menschen mit Duldung</strong></h3>
<p>Wer vom BAMF keinen Schutzstatus bekommt, lebt fortan mit einer &#8222;Duldung&#8220; und ist dadurch permanent von Abschiebung bedroht. Für Menschen aus dem Iran hat die Bundesinnenministerkonferenz ein generelles Abschiebeverbot in den Iran ausgesprochen. Die Behörden in MV sollten Iraner:innen zeitnah Aufenthaltserlaubnisse ausstellen, damit ihnen die damit verbundenen Begleitrechte (zB Deutschkurse, Bürgergeld, reguläre Krankenversorgung, usw.) zustehen.</p>
<p>Wir haben <a href="https://bleiberecht-mv.org/de/2022/10/12/asylverfahren-von-iranerinnen/" data-cke-saved-href="https://bleiberecht-mv.org/de/2022/10/12/asylverfahren-von-iranerinnen/">hier</a> am Beispiel unseren schwulen und zum Christentum konvertierten Freundes Sami erklärt, warum Asylverfahren manchmal schief gehen &#8211; auch wenn jemand eigentlich absolut dringend Schutz in Deutschland braucht. Duldungen wurden in den vergangenen Jahren immer repressiver. Die entsprechenden Gesetzesverschärfungen müssen rückgägnig gemacht werden, hierfür sollten sich politische Vertreter:innen aus MV auf Bundesebene einsetzen.<br />
Derzeit fordern Ausländerbehörden weiterhin Iraner:innen auf, sich bei der iranischen Botschaft Pässe zu besorgen, um ihre Abschiebungen vorzubereiten. Dies muss umgehend ausgesetzt werden. Auch die Sanktionen, die Behörden verhängen, wenn Betroffene keine Pässe holen (Leistungskürzungen, Arbeitsverbote, usw.) müssen umgehend ausgesetzt werden.</p>
<p>Dass noch im Oktober, also etwa einen Monat nach dem Beginn des revolutionären Prozess, die Ausländerbehörde Neubrandenburg in den Iran abschieben wollte, zeigt den dringenden Handlungsbedarf hinsichtlich der Ausländerbehörden in MV. Die meisten Ausländerbehörden in unserem Bundesland sind mit ihrer Haltung und vor allem ihrem Verhalten gegenüber Asylsuchenden und Geduldeten in den 1990ern stecken geblieben &#8211; oder eben im Weltbild von 15 Jahren CDU-Innenministerium. Hier muss sich vor allem das Innenministerium, in dessen Zuständigkeit die Ausländerbehörden fallen, mit öffentlich zugänglichen und damit einforderbaren deutlichen Weisungen gegen institutionellen Rassismus in MV stark machen.</p>
<p>Das SPD-Justiziministerium MV sollte sich zudem mit Ober-/Verwaltungsrichter:innen aus Greifswald und Schwerin zusammensetzen. Denn in Greifswald ist es beispielsweise seit Jahren Praxis jungen Frauen zuzumuten, sich im Iran dem Hijabzwang zu unterwerfen. In der Konsequenz erhalten sie Duldungen und sind von Abschiebung bedroht. Die entsprechende Formulierung in den Entscheidungen lautet: Frauen, die im Iran aufgewachsen sind, sind „aus diesem Grunde in der Lage sich im Falle einer Rückkehr sich den dort geltenden Vorschriften anzupassen und sich mit den in der Praxis tief verwurzelten patriarchalischen und sozialen Barrieren zu Recht zu finden.“ So eine Betrachtungsweise ist eine frauenfeindliche, kulturalistische und rassistische Zumutung &#8211; und es ist nicht die einzige ihrer Art (sowohl im Bereich Asylentscheidungen, aber zB auch #Nwortstoppen).</p>
<h2><strong>Fazit</strong></h2>
<p>Es bleibt Einiges zu tun, das direkt im Einflussbereich der Landesregierung MV liegt. Wir hoffen, dass sie diese Verantwortung annimmt und so zeigt, dass Solidarität auch realpolitisch praktisch werden kann.</p>
<p><strong>Denn ein demorkatischer, föderaler, säkulärer Iran ist möglich. Wir alle können einen Beitrag dazu leisten ihn möglich zu machen.</strong></div>
</div>
</div>
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sklaverei in Mauretanien &#8211; Asylsuchende gewinnt vor Bundesverfassungsgericht</title>
		<link>https://bleiberecht-mv.org/de/sklaverei-in-mauretanien-asylsuchende-gewinnt-vor-bundesverfassungsgericht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bleiberecht Bleiberecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Feb 2021 10:53:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Solidarität]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesverfassungsgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Mauretanien]]></category>
		<category><![CDATA[Sklaverei]]></category>
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					<description><![CDATA[Quer durch die Sahara führt die einzige Eisenbahnlinie Mauretaniens. Auf ihr verkehrt der längste Zug der Welt. In 200 Waggons[...]]]></description>
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	Quer durch die Sahara führt die einzige Eisenbahnlinie Mauretaniens. Auf ihr verkehrt der längste Zug der Welt. In 200 Waggons wird in der Wüste gewonnenes Eisenerz in die mauretanische Hafenstadt Nouadhibou transportiert. Vier Lokomotiven ziehen die Waggons des Zuges, der insgesamt zweieinhalb Kilometer lang ist. An der Strecke verteilt sind kleine Siedlungen, in denen Menschen einzig aus dem Grund wohnen, die Gleise regelmäßig vom Sand zu befreien.</p>
<div id="magicdomid5" dir="ltr">
<p>Mauretanien besteht zum großen Teil aus Wüste, der Süden des Landes liegt in der Sahelzone, fruchtbares Land befindet sich an den Ufern des Flusses Senegal. Obwohl reich an Bodenschätzen, gehört es zu den ärmsten Ländern der Welt. Und noch einen Superlativ hat Mauretanien vorzuweisen: Als letztes Land der Welt hat es 1978 die Sklaverei verboten. Das bedeutet nicht, dass es keine Sklaverei mehr gibt.</p>
</div>
<div id="magicdomid6" dir="ltr">
<p>Auch sonst ist die Menschenrechtslage in Mauretanien äußerst prekär. Die arabische Minderheit herrscht über die Schwarze Bevölkerung. Es gibt weder Gleichheit vor dem Gesetz noch die Freiheit, seine Meinung öffentlich zu sagen.</p>
</div>
<div id="magicdomid8" dir="ltr">
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Asylsuchende gewinnt vor dem Verfassungsgericht</b></p>
</div>
<div id="magicdomid9" dir="ltr">
<p>Die meisten Mauretanier*innen, die in Deutschland Asyl beantragt haben, leben in Mecklenburg-Vorpommern, eine Folge des Verteilungsschlüssels des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Ihre Asylanträge werden meistens abgelehnt, zum Teil aufgrund einer nur sehr oberflächlichen Prüfung ihrer Situation.</p>
</div>
<div id="magicdomid11" dir="ltr">
<p>In Greifswald hat eine Mauretanierin gegen ihren nachlässig erstellten Asylbescheid geklagt: Sie machte vor Gericht geltend, dass die einzige Möglichkeit, nach der Rückkehr zu überleben, darin besteht, sich erneut in Sklaverei zu begeben. Weil sie eine Frau ist, keine Papiere, keinen Schulabschluss, keine Familie hat und zur unterdrückten Bevölkerungsmehrheit gehört, hat sie keinerlei Perspektive.</p>
</div>
<div id="magicdomid13" dir="ltr">
<p>Das Bundesverfassungsgericht gab ihr in seinem <a href="https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/greifswalder-gericht-darf-sklavin-nicht-abschieben-1441035510.html">Urteil</a> Recht. In der <a href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/bvg20-089.html">Pressemitteilung</a> heißt es wörtlich, dass „Mauretanien zu denjenigen Staaten gehört, in denen die Sklaverei auch in der Gegenwart noch ein wesentliches, das Leben größerer Bevölkerungsgruppen maßgeblich prägendes Problem darstellt&#8220;. Das Verwaltungsgericht Greifswald hätte in der Prüfung des Ablehnungsbescheids darauf eingehen müssen. Ebenso hätte das Oberverwaltungsgericht in Mecklenburg-Vorpommern die Berufung nicht ablehnen dürfen. Die Klage gegen den Bescheid vom BAMF der Frau aus Mauretanien muss nun erneut geprüft werden.</p>
</div>
<div id="magicdomid15" dir="ltr">
<p>Es ist natürlich unmenschlich und völlig absurd, den Asylantrag einer Person abzulehnen, die von Sklaverei bedroht ist. Aber auch die Menschen, die aus Mauretanien fliehen, ohne direkt von Sklaverei bedroht zu sein, haben gute Gründe ihr Land zu verlassen.</p>
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<div id="magicdomid17" dir="ltr">
<p><b>Eine rassistische Gesellschaftsordnung</b></p>
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<div id="magicdomid18" dir="ltr">
<p>In Mauretanien existiert eine Art Kastensystem, in dem die Bevölkerungsgruppen streng hierarchisch gegliedert sind.</p>
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<div id="magicdomid20" dir="ltr">
<p>Die herrschende Schicht ist arabisch geprägt (&#8222;weiße Mauren&#8220;)*. Sie besetzen die meisten wichtigen Positionen in Politik, Justiz, Wirtschaft, Militär, Verwaltung, im Bildungs- und Gesundheitswesen. Die Unterdrückung der Schwarzen Bevölkerung äußert sich in alltäglichen Ungerechtigkeiten in Verwaltung und Justiz, in Polizeigewalt, in marginalisierten, menschenunwürdigen Lebensumständen. Viele leben in schlechten Verhältnissen in stetig wachsenden armen Vierteln, die von den Rändern der Städte bis in die Wüste reichen.</p>
</div>
<div id="magicdomid21" dir="ltr">
<p>Während Kinder aus der regierenden Minderheit auf gut ausgestattete Privatschulen gehen können, besteht eine Schwarze Schulklasse aus 80-100 Kindern. Aber auch mit guter Schulbildung gibt es wenig Aufstiegsmöglichkeiten für sie.</p>
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<div id="magicdomid23" dir="ltr">
<p><b>Die Ereignisse von 1989</b></p>
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<div id="magicdomid24" dir="ltr">
<p>Seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahre 1960 hat sich die arabisch geprägte Minderheitenregierung jahrzehntelang darum bemüht, zu behaupten, dass die Schwarzen &#8222;Volksgruppen&#8220;* gar nicht rechtmäßiger Teil der Bevölkerung Mauretaniens sind. In diesem Zusammenhang müssen auch die Massenvertreibungen und Enteignungen gesehen werden, die zwischen 1989 und 1991 stattfanden. 70.000 Menschen der Hal Pulaar, der Soninké und anderer Gruppen wurden in den Senegal und nach Mali vertrieben. Es kam zu willkürlichen Tötungen, Folterungen und 1990 zur öffentlichen Erhängung von 28 Schwarzen Soldaten, mit der zynischerweise der Tag der Unabhängikeit (28.November) begangen <a href="http://www.gfbv.it/3dossier/africa/mauret.html, https://www.avomm.com/Les-evenements-de-1989-en-Mauritanie-Causes-et-consequences_a16288.html">wurde</a>.</p>
</div>
<div id="magicdomid26" dir="ltr">
<p>Insgesamt 3000 Menschen wurden nach Schätzungen der Gesellschaft für Bedrohte Völker getötet. Bis heute gibt es keine Aufarbeitung des Geschehens, international findet es wenig Beachtung, in den Wikipediaeinträgen zur Geschichte Mauretaniens werden die Ereignisse sowohl im deutschsprachigen als auch im französischen Eintrag ignoriert.</p>
</div>
<div id="magicdomid28" dir="ltr">
<p>Die Bevölkerungszahlen in Mauretanien sind bis heute ein Politikum. Weil die Unterdrückung der Schwarzen Bevölkerung noch deutlicher werden würde, wären reale Zahlen zur Bevölkerungsstruktur bekannt, werden diese Zahlen schon lange nicht mehr offiziell ermittelt bzw. systematisch verzerrt. Viele Mauretanier*innen der unterdrückten Gruppen haben keine Papiere, die Verwaltungen in den Regionen, in denen vorwiegend Schwarze leben, arbeiten gar nicht oder schlecht. Um Papiere zu bekommen, müssen unangemessen viele Beweise für die mauretanische Staatsangehörigkeit erbracht werden. Längst nicht jedes Neugeborene der unterdrückten Gruppen wird auch ins Geburtenregister aufgenommen. Der offizielle Anteil der Schwarzen an der Gesamtbevölkerung wird so künstlich klein gehalten &#8211; auch um sie von Wahlen auszuschließen. Beobachter_innen schätzen den Anteil üblicherweise auf zwei Drittel**.</p>
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</div>
<div id="magicdomid30" dir="ltr">
<p><b>Sklaverei</b></p>
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<div id="magicdomid31" dir="ltr">
<p>Die 1980 verbotene Sklaverei wurde 2008 durch ein weiteres Gesetz, von dem manche sagen, es sei nur ein Zugeständnis an die internationale Staatengemeinschaft, unter Strafe gestellt. Sehr wenige Gerichtsurteile sind seitdem gefällt worden, keines wurde vollstreckt. Wieviele Opfer von Sklaverei es noch gibt, weiß niemand. Aber dass es viele sind, ist unumstritten.</p>
</div>
<div id="magicdomid33" dir="ltr">
<p>Während Amnesty International von ca 43.000 Menschen in Gefangenschaft ausgeht, sind es laut der Anti-Sklaverei-Organisation SOS Esclaves eher 600.000 Menschen (20% der Bevölkerung), die in Leibeigenschaft oder unter sklavenähnlichen Bedingungen leben. Sie bekommen keinen Lohn für ihre Arbeit, haben kein Möglichkeit, sich frei zu bewegen, keine Privatssphäre, keinen Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung. Sklaverei bedeutet auch willkürliche Gewalt und dass Frauen täglich vergewaltigt werden. Kinder, die in Sklaverei geboren werden, sind so unfrei wie ihre Eltern.</p>
</div>
<div id="magicdomid35" dir="ltr">
<p>Wenn ein Land die Sklaverei verbietet, folgt daraus nicht automatisch, dass die Betroffenen auch davon erfahren. Ihre &#8222;Besitzer*innen&#8220; werden kaum hingehen und sagen: „Übrigens, die Gesetze haben sich geändert, ab jetzt bekommst du einen fairen Lohn für deine Arbeit und einen geregelten Kündigungsschutz“. Dazu kommt, dass die meisten Menschen in Mauretanien tief religiös sind und es auch Versklavte gibt, die die Tatsache, dass sie als Besitz eines Menschen betrachtet werden, als göttliche Ordnung ansehen und ein Ausbruch aus dieser Ordnung für sie eine große <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/leibeigene-in-mauretanien-wenn-sklaverei-von-gott-gegeben.979.de.html?dram:article_id=389670">Sünde</a> bedeutet.  So bleiben manche aus Mangel an Perspektive. Die, die gehen, gehen in bitterste Armut.</p>
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<div id="magicdomid36" dir="ltr">
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<p><b>Kampf gegen die Sklaverei</b></p>
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<div id="magicdomid38" dir="ltr">
<p>Die IRA (l’Initiative pour la Résurgence du mouvement abolitionniste, Initiative zur Wiederbelebung der Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei) kämpft seit Jahren für das Ende dieser entsetzlichen Situation. Sie leistet Aufklärungsarbeit bei den Betroffenen, hilft bei einzelnen Befreiungen, setzt die Regierung unter Druck und versucht, die internationale Gemeinschaft zum Handeln zu bewegen.</p>
</div>
<div id="magicdomid40" dir="ltr">
<p>Der Vorsitzende der Initiative, Biram Dah Abeid, saß mehrere Male im Gefängnis und wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, unter anderem 2014 mit dem  Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen.</p>
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<div id="magicdomid41" dir="ltr">
<p>Bis vor kurzem wurden Mitstreiter*innen der IRA von Polizei und Justiz verfolgt, Wortführer*innen wurden ins Gefängnis gesteckt und gefoltert. Nicht wenige flohen ins Ausland, einige unter ihnen leben heute in Mecklenburg-Vorpommern und kämpfen um Anerkennung ihres Asylantrags.</p>
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<div id="magicdomid43" dir="ltr">
<p>Seit der <a href="https://www.deutschlandfunk.de/vor-den-wahlen-in-mauretanien-das-politische-erwachen-der.724.de.html?dram:article_id=426938">Präsidentschaftswahl</a> von 2019 hat sich die Situation ein wenig verbessert. Ein ehemaliger Weggefährte des früheren Präsidenten ist nun Präsident, Mohamed Ould Ghazouani. Er gibt sich unerwartet liberal, lädt Oppositionelle zum Gespräch ein, begnadigt politische Gefangene und geht deutlich auf Distanz zur repressiven Politik seines Vorgängers.</p>
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<div id="magicdomid44" dir="ltr">
<p>Auch Biram Dah Abeid, der Vorsitzende der IRA, trat bei der Präsidentschaftswahl an und erhielt immerhin 18 Prozent der abgegebenen Stimmen. Seine Organisation aber, die IRA, bleibt nach wie vor verboten.</p>
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<div id="magicdomid47" dir="ltr">
<p><b>Desolate Zustände</b></p>
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<div id="magicdomid48" dir="ltr">
<p>Das politische Tauwetter, von dem niemand weiß, wie lange es anhält, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lebensumstände der Meisten eine Katastrophe sind. Das Elend der Armen und die Marginalisierung der Schwarzen in Mauretanien ändern sich nicht über Nacht.</p>
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<div id="magicdomid50" dir="ltr">
<p>Das Rechtssystem der islamischen Republik ist an die Scharia angelehnt. Auf Homosexualität steht immer noch die Todesstrafe, auch wenn sie zuletzt 1987 vollstreckt wurde. Ebenso sind die Folterungen in den Gefängnissen nicht vorbei. Menschenrechtsaktivist*innen und Oppositionelle werden häufig wegen des Vorwurfs der <a href="https://atheist-refugees.com/gastbeitrag/menschenrechtsaktivisten-in-mauretanien-wegen-blasphemie-in-haft/">Blasphemie</a> (also der &#8222;Gotteslästerung&#8220; oder &#8222;Aufruf zu einer säkularen Gesellschaft&#8220;) inhaftiert. Ein Vorwurf, der schnell zur Hand ist &#8211; denn er fußt im Glauben, nicht in Tatsachen.</p>
</div>
<div id="magicdomid52" dir="ltr">
<p>Zwangsverheiratungen sind üblich – 2017 wurden noch 35% der Mädchen vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet. Wenn eine Frau ihren Vergewaltiger anzeigt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie vor Gericht stattdessen wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs <a href="https://cridem.org/imprimable.php?article=743181">verurteilt</a> wird. Von Genitalverstümmelung betroffen sind immer noch über 50% der Mädchen unter 14, bei den Älteren sind es fast 70% der Frauen und Mädchen.</p>
</div>
<div id="magicdomid54" dir="ltr">
<p>Die Kindersterblichkeit der unter 5-Jährigen liegt bei 65%, jedes sechste Kind geht arbeiten.</p>
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<div id="magicdomid55" dir="ltr">
<p>All diese Zahlen beziehen sich auf die Gesamtbevölkerung in Mauretanien, unnötig zu erwähnen, dass sie unter den Armen und unter der Landbevölkerung ungleich höher sind.</p>
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<p><b>Recht auf Asyl</b></p>
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<div id="magicdomid59" dir="ltr">
<p>Die Mauretanier*innen, die ihr Land verlassen, gehören vorrangig zum Schwarzen Teil der Bevölkerung. Sie sind häufig ehemalige Versklavte oder von Vertreibung betroffen. Sie fliehen vor einem Leben mit wenig Perspektiven, ohne Gesundheitsversorgung, ohne Bildungsmöglichkeiten. Sie fliehen als Mitglieder einer Bevölkerungsmehrheit, die dennoch unterdrückt wird. Ein gleichberechtigtes Leben in Mauretanien ist für sie nicht möglich. Sie fliehen als Oppositionelle vor der Verfolgung durch den Staat, vor Gefängnis, vor brutaler Polizeigewalt, vor Folter. Diejenigen, die als Opfer von Sklaverei fliehen, sind schwer traumatisiert. Diese Menschen haben ein Recht auf Asyl!</p>
</div>
<div id="magicdomid61" dir="ltr">
<p>Inzwischen ist es auch dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gelungen, sich über die Sklaverei in Mauretanien zu informieren. In einem veröffentlichten Briefing vom Februar 2020 ist von 600.000 versklavten Menschen die Rede.</p>
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<div id="magicdomid63" dir="ltr">
<p>Dennoch können wir nicht davon ausgehen, dass die Mahnung des Bundesverfassungsgerichts dafür sorgen wird, dass die Asylanträge von Mauretanier*innen in Zukunft positiv beschieden und bereits abgelehnte Anträge revidiert werden. Anerkennungen werden weiterhin schwierig sein &#8211; schließlich ist die Sklaverei offiziell abgeschafft. Das Bundesamt macht es sich leicht, indem es sagt, es gebe daher von Seiten der Regierung keine Verfolgung. Auch im Urteil des Verfassungsgerichts geht es nicht um Flüchtlingsanerkennung oder Asyl im eigentlichen Sinne. In Greifswald müssen lediglich die Gründe für ein Abschiebeverbot erneut geprüft werden.</p>
</div>
<div id="magicdomid65" dir="ltr">
<p>Ehrenamtliche Hilfe für Asylsuchende ist elementar: Es bedarf der gezielten Unterstützung durch frühzeitige Vorbereitung im Asylverfahren, Zugang zu sozialen Kontakten und intensive Begleitung nach Ablehnung von Asylanträgen. Jede Abschiebung nach Mauretanien bedeutet Gewalt. Traumatisierte Personen müssen frühzeitig als solche identifiziert und ihren gesundheitlichen Bedürfnissen entsprechend fachlich behandelt werden.</p>
</div>
<div id="magicdomid66" dir="ltr">
<p>Wichtiger allerdings ist, dass Asylsuchende selbst ihre Rechte wahrnehmen und sich gemeinsam organisieren können. Sorgen und kämpfen wir für humane gesellschaftliche Aufnahmebedingungen, die das möglich machen!</p>
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<div id="magicdomid68" dir="ltr">
<p>&nbsp;</p>
<p>Fußnoten:</p>
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<div id="magicdomid70" dir="ltr">
<p>* Wir sind uns bewusst, dass wir rassistische Pseudo-Forschung reproduzieren, wenn wir die Einteilung der Bevölkerung in maurisch, Schwarz und Araber*innen verwenden. Die ethnologische Betrachtung der Gesellschaft ist unseres Wissens nach leider die einzige Analysekategorie, die zur Verfügung steht, um die ungleichen rassistischen Verhältnisse in Mauretanien zu benennen. Wir schreiben Schwarz und <i>weiß</i>, um zu markieren, dass es sich um soziale Kategorien handelt, die gesellschaftlich entstanden sind und nicht auf real existierenden Unterschieden beruhen.</p>
</div>
<div id="magicdomid71" dir="ltr">
<p>** Um zu &#8222;beweisen&#8220;, dass die unterdrückten Schwarzen in der Minderheit sind, werden manchmal Maur*innen und Schwarze gegenübergestellt. Der Schwarze Bevölkerungsanteil wird dann mit ein Drittel angegeben. Das verfälscht die gesellschaftlichen Machtverhältnisse, weil die Harratin, die Nachkommen der Sklavereiopfer, obwohl am stärksten unterdrückt, hier als Maur*innen gelten.</p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Redebeitrag: Gedenken an das Pogrom in Lichtenhagen</title>
		<link>https://bleiberecht-mv.org/de/lichtenhagen2020/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Bleiberecht Bleiberecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2020 13:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktionen, Aufrufe, Redebeiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir stehen vor der Ulmenwache an der Stele, die an das Polizeiversagen während des Pogroms in Lichtenhagen erinnert. Vor drei[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="pl-2748"  class="panel-layout" >
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	</p>
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<div id="magicdomid5" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Wir stehen vor der Ulmenwache an der Stele, die an das Polizeiversagen w</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">hrend des Pogroms in Lichtenhagen erinnert. Vor drei Jahren g</span><span class="author-a-h6cvz90zemmz86z7z87zwz122zz70zz68zz83z">a</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">b es genau an dieser Stelle eine Aktion gegen Abschiebungen als Lorenz Caffier &#8211; Abschiebehardliner aus dem Innenministerium &#8211; hier die Er</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ö</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">ffnungsrede hielt.</span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid6" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Wir wollen euch bitten: Setzt euch auch jetzt wieder hin! </span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z i"><i> </i></span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid8" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Demonstriert hier vor der Ulmenwache symbolisch gegen jede Abschiebung, die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern die Entscheidungsfreiheit nimmt</span><span class="author-a-h6cvz90zemmz86z7z87zwz122zz70zz68zz83z">,</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z"> wo sie leben möchten. Jede Abschiebung ist staatliche Gewalt. Jede Abschiebung wird von Polizist*innen begleitet und umgesetzt. Und an die anwesenden Polizeibeamt*innen: Seien Sie mutig. Machen Sie den Scheiß einfach nicht mit.</span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid11" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Seit einigen Jahren beteuert die Rostocker Polizei</span><span class="author-a-h6cvz90zemmz86z7z87zwz122zz70zz68zz83z">,</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z"> wie Leid ihnen ihr Versagen in Rostock-Lichtenhagen tut. Wir geben kein Lob für sp</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">te Einsicht. Als antirassistische Initiative haben wir st</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">ndig mit Gewalt zu tun, die vom Innenministerium angeordnet wird und von Polizist*innen ausge</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">bt wird. Der Fisch stinkt vom Kopf: So war es 1992 und so ist es noch heute.</span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid13" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Seit letztem Jahr haben Pro Bleiberecht und das AJZ Kita in Ribnitz-Damgarten das Gedenken an <a href="https://bleiberecht-mv.org/de/2020/02/14/dragomir-christinel/">Dragomir Christinel</a> angesto</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ß</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">en. Der junge Mann aus Rum</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">nien wurde am 13. M</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">rz 1992 in Saal von Nazis zu Tode gepr</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">gelt. Er lag in seinem Bett, als 30 rechte Jugendliche die Unterkunft für Asylsuchende in Saal </span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">berfielen. Das Innenministerium verh</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">ngte damals eine Informationssperre und erschwerte so die Berichterstattung zu seinem Tod. Dieser rassistische Mord geschah f</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">nf Monate vor dem Pogrom in Lichtenhagen. Die Verantwortlichen wussten, wozu der rechte Mob in Mecklenburg-Vorpommern f</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">hig ist. Sie wussten es und sie waren nicht vorbereitet, obwohl das Pogrom in Rostock sogar angek</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">ndigt wurde.</span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid15" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Wir sagen hier an dieser krummen Stele nochmal ganz deutlich: Sie wussten es. Doch weder das Innenministerium noch die Polizei war vorbereitet.</span></div>
<p></p>
<div></div>
<div id="magicdomid16" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Nicht nur der unn</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ö</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">tige und grausame Tod von Dragomir Christinel h</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">tte ihnen Hinweise geben können. 1992 gab es 157 Angriffe auf Asylsuchende und Linke in MV.          </span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid18" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Eine Geschichte, die viele Menschen nicht kennen: Im November 1991 griffen 30 rechte Hooligans eine Unterkunft in Greifswald an. Die Gefl</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">chteten, die dort wohnten, waren kurz vorher aus Schleswig-Holstein nach Greifswald geschickt worden. Nach der Wende musste man Zahlen machen und die Asylsuchenden aus dem Westen entsprechend des b</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">rokratischen Verteilschlüssels auch im Osten verteilen. </span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid20" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Die Betroffenen wollten nicht nach Greifswald. <a href="https://www.zeit.de/1991/47/neumuenster-greifswald-norderstedt/">Sie protestierten bereits in Schleswig-Holstein gegen ihre Verteilung</a>, nachdem eine Delegation von ihnen in Greifswald Gespr</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">che mit Migrant*innen gef</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">hrt hatte. Kaum </span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">berraschend hatten diese Gespr</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">che zu dem Ergebnis gef</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">hrt, dass die gesellschaftliche Stimmung in Greifswald gepr</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">gt war von Rassismus und Gewalt. Sie mussten dennoch nach Greifswald und wurden angegriffen.</span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid22" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Wir packen diese Geschichte aus, denn sie endete anders als Lichtenhagen: Unterst</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">tzt von antirassistischen Aktivist*innen organisierten sich die Gefl</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">chteten selbst einen Bus und reisten zurück nach Schleswig-Holstein. Dort besetzten sie eine Kirche und protestierten dagegen zur</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">ck zu m</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">ssen. Diese Kirchenbesetzung ist bis heute die l</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">ngste Kirchenbesetzung, die es gab.</span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid24" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Was uns die Geschichte lehrt, ist simpel: Alle wussten Bescheid. Selbst f</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">r Menschen, die gerade erst einen Asylantrag in Deutschland gestellt hatten, war es m</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ö</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">glich herauszufinden, worauf Innenministerium und Polizei in MV nicht vorbereitet waren: Dass das Leben für Migrant*innen of Colour Anfang der 90er in MV gef</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">hrlich war.</span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid26" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">W</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">hrend des Pogroms in Lichtenhagen charterte das Innenministerium MV ebenfalls einen Bus. </span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Sie brachten die Asylsuchenden <a href="https://bleiberecht-mv.org/de/2018/08/23/lichtenhagen-horst/">zunächst nach Hinrichsdorf und später nach Nostorf-Horst</a></span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">. Der Druck der Situation f</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">hrte zur Entscheidung, wo die Zentrale Erstaufnahmestelle ab nun liegen sollte: Im ehemaligen Grenzstreifen, kurz vor Schleswig-Holstein. Man wollte sich nicht mit dem Rassismus-Problem befassen, also </span><span class="author-a-425rz81zz90zdgtz89zq3qkr2">&#8222;</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">versteckte</span><span class="author-a-425rz81zz90zdgtz89zq3qkr2">&#8222;</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z"> man die ZAST vor den Nazis. Eine folgenschwere Entscheidung, die bis heute die ersten Monate von Asylsuchenden in Mecklenburg-Vorpommern pr</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">gt.</span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid28" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Denn die Erstaufnahmestelle ist noch immer in Nostorf-Horst. Pro Bleiberecht macht dort einmal im Monat eine Mahnwache gegen Ausgrenzung und institutionellen Rassismus. Die Termine findet ihr auf unserer Homepage</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z"> und auf den Flyern, die wir heute verteilt haben</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">. Kommt gerne mal mit, denn auf der heutigen Fahrradtour fehlt ein Stopp: Der Stop</span><span class="author-a-425rz81zz90zdgtz89zq3qkr2">p</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z"> in Horst, diesem stummen Mahnmal mitten im Wald, das kaum eine*r kennt.</span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid30" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Nostorf-Horst steht wie alle anderen Aufnahmelager in Deutschland f</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">r die Asylgesetzversch</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">rfungen und Entrechtungen von Migrant*innen in den vergangenen Jahren. Die AnkER-Zentren und Aufnahmelager sind das schmerzliche Eingest</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">ndnis, dass die antirassistische Bewegung keine echten Antworten auf den asylpolitischen Roll-Back in die 90er Jahre hatte, der seit 2015 von den Seehofers und Caffiers dieses Landes vorangetrieben wird. </span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid32" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Bei den Mahnwachen in Horst treffen wir Menschen, die mehr als 2 Jahre in diesem Lager leben m</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">ssen. Ohne Arbeitserlaubnis, ohne Deutschkurs, ohne Schule, ohne Perspektive. Die Menschen werden geistig und emotional ausgehungert, um sie zur `freiwilligen Ausreise` zu dr</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">ngen. Um das kaputte Dublin-System durchzusetzen und Leute auf die Stra</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ß</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">e in Italien, in die Kn</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">ste in Ungarn und die Hotspots in Gr</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ie</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">chenland zur</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">ckzuschicken. </span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid33" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Die Gewalt sieht hier anders aus als 1992 auf der Straße: „Sie nehmen uns die Würde“, sagen manche Asylsuchende in Horst. „Killing us slowly“, sagen andere. Denn sie leiden in Horst: An Schlaflosigkeit, an Depression, am Nichtstun, an einer ausweglosen Lage, in der es kein „zurück nach Hause“ gibt. </span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid35" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Rassismus t</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ö</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">tet. Nicht nur in Pogromen. Auch langsam und leise mit Lagern, Abschiebungen und Asylgesetzverschärfungen. </span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid37" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Wir betonen auch das hier vor dieser krummen Stele, die an das Versagen von Polizei und Innenministerium 1992 erinnern soll: Ein `Tut uns Leid für 92` ist blanker Hohn, w</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">hrend Caffier Politik mit Abschiebezahlen macht und Leben zerst</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ö</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">rt. Es ist blanker Hohn, wenn der gleiche Polizeichef, der gerne Interviews zu Lichtenhagen gibt, Abschiebungen organisiert und umsetzt, die Leben zerst</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ö</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">ren. </span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid39" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Wir halten diesen Redebeitrag nachdem in den vergangenen Monaten hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt gegen Rassismus </span><span class="author-a-425rz81zz90zdgtz89zq3qkr2">in</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z"> der Polizei auf die Straße gegangen sind. Seehofer und Caffier haben keinen Bock sich mit Rassismus in der Polizei zu befassen. Unser Vorschlag: Fangt doch mit Rassismus in euren Ministerien an! </span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid40" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Fangt an rassistische Gesetze abzuschaffen, das Asylbewerberl</span><span class="author-a-h6cvz90zemmz86z7z87zwz122zz70zz68zz83z">eis</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">tung</span><span class="author-a-h6cvz90zemmz86z7z87zwz122zz70zz68zz83z">s</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">gesetz zum Beispiel!</span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid41" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">H</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ö</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">rt auf</span><span class="author-a-425rz81zz90zdgtz89zq3qkr2">,</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z"> die bestehenden Gesetze noch rassistischer zu machen! </span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid42" class="ace-line"><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">Zum Beispiel: </span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Abschiebehaft nicht erweitern, sondern abschaffen!</span></div>
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<div id="magicdomid44" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Rassismus ist kein Problem des rechten Rands. Rassismus ist tief in unserer Gesellschaft v</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">erwruzelt</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">. Wir m</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">ssen ihn jeden verdammten Tag bek</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">mpfen</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">, ihn entwurzeln</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">. In uns selbst, in Gesetzen die Union und SPD uns zumuten, in Institutionen wie der Polizei, in </span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">den </span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Strukturen</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z"> dieser Gesellschaft</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">. </span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid46" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">2020, 28 Jahre nach den Pogromen haben wir keinen Grund leise zu werden. Wir m</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ü</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">ssen vielmehr aufschreien gegen den staatlichen und t</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">ä</span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">glichen Rassismus. </span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid47" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">Deswegen, lasst uns alle zusammen dreimal sehr laut </span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z">und  </span><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">sagen:</span><span class="author-a-3581m7z86zmz73zq2ciz65zz90zz82z"> Refugees are welcome here!</span><i></i></div>
<div id="magicdomid49" class="ace-line"><span class="author-a-z69z02z80zz69zhz75z3kmz85zo7z88z7z85z">SAY IT LOUD SAY IT CLEAR REFUGEES ARE WELCOME HERE! </span></div>
<p></p>
<div id="magicdomid52" class="ace-line"></div>
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		<title>#RiseUp4Rojava &#8211; Redebeitrag eines kurdischen Genossen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bleiberecht Bleiberecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Oct 2019 10:02:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 10.10.2019 fand in Rostock eine Kundgebung statt, bei der Solidarität mit der kurdischen Freiheitsbewegung ausgedrückt wurde, die momentan in[...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 10.10.2019 fand in Rostock eine Kundgebung statt, bei der Solidarität mit der kurdischen Freiheitsbewegung ausgedrückt wurde, die momentan in Nordsyrien massiven Angriffen durch das türkische Militär ausgesetzt ist. Gerne möchten wir den Redebeitrag unseres kurdischen Freundes und Genossens Omid, den er auf der Kundgebung gehalten hat, hier veröffentlichen.</p>
<p><strong>#RiseUp4Rojava</strong></p>
<p><em>Ich bin Kurde und bin im Iran groß geworden. Auch in meiner Heimat fanden gestern und heute Solidaritätskundgebungen und Aktionen für Rojava statt. Im Iran führt das zu neuen Wellen der Repression, zu Verhaftungen und wahrscheinlich auch zu Hinrichtungen von Kurd*innen. Das iranische Regime will mit allen Mitteln freiheitliche Bestrebungen wie in Rojava unterdrücken. Den Kampf für ein freies Leben führen wir im Iran, hier in Deutschland und in Rojava.</em></p>
<p><em>Mich schockiert, wie die internationalen Verbündeten nun auf die letzten Jahre des Kampfes in Rojava zurückschauen. Allen voran stellt Donald Trump den revolutionären Befreiungskampf als &#8222;Klanstreitigkeit&#8220; dar. Er zieht sich zurück, weil es angeblich nichts zu verteidigen gibt.</em></p>
<p><em>Über diesen Rückzug der USA müssen wir uns nicht wundern, den Donald Trump ist ein Buisnessmann. Er verkauft den Kampf für Freiheit und Fortschritt an die Türkei. In den letzten Jahren konnten wir solche imperialistischen Startegien an vielen Orten auf der Welt beobachten.</em></p>
<p><em>Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass in Rojava in den letzten Jahren mehr als 11.000 Revolutionär*innen gestorben sind &#8211; Kurd*innen und internationalistische Unterstützer*innen. Sie haben dort die Menschlichkeit gegen den IS verteidigt. Kein einziger US-amerikanischer Soldat ist dort gestorben &#8211; die USA präsentieren den Sieg über den IS jetzt als ihren Sieg.</em></p>
<p><em>Erdogan träumt unterdessen davon das Osmanische Reich wieder aufleben zu lassen. Er verwirklicht erste Schritte seiner neoosmanischen nationalistischen Expansionspolitik. Erdogans &#8222;Pufferzone&#8220;, in der 2 Millionen syrische Geflüchtete zwangsangesiedelt werden sollen, erinnert an die Siedlungspolitik Saddam Husseins nach dem Genozid an den irakischen Kurd*innen mit der Anfal-Operation 1988 bis 1989.</em></p>
<p><em>Erdogans Invasion richtete sich gestern zuerst gegen Städte, in denen größtenteils Zivilist*innen leben. Er entlarvt damit seinen eigenen Terror als das, was er ist: faschistisch, grausam, unmenschlich. </em></p>
<p><em>In Rojava sind wir heute wieder an dem Punkt angekommen, wo wir entweder aufgeben müssen oder Widerstand leisten werden. Wir können wieder keine Zukunft bauen, weil wir zwischen den Interessen der Großmächte erdrückt werden.</em></p>
<p><em>Der Widerstand in Rojava steht für die Aufopferung und Hingabe der revolutionären Kämpferinnen und Kämpfer an ihre Ideale. Diese Hingabe hat viele Opfer gefordert. Die Freiheitsuchenden haben es geschafft den grausamsten Feind zu besiegen: den IS und seine Gräueltaten. Sie stehen nun Erdogan und Trump entgegen. Ihre Hingabe wird auch diesem Angriff standhalten.</em></p>
<p><em>Die Ideen von Freiheit und Gerechtigkeit werden jetzt nicht sterben. Die linken Fortschritte in Rojava werden weiter leben. Die Emanzipation der Frauen, selbstverwaltete Kommunen, antikapitalistische Projekte &#8211; für all das werden Menschen in Rojava, in Europa und überall auf der Welt weiterhin Hingabe empfinden und Opfer bringen.</em></p>
<p><em>Lasst uns hier und heute die Widerständigen in den Schützengräben unterstützen.</em></p>
<p><em>Solidarität für Rojava!</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir danken Omid dafür, dass wir seine Rede hier wiedergeben dürfen. Das Bild stammt von der Kundgebung in Rostock und wurde von <a href="https://www.flickr.com/photos/145027352@N06/">Bildwerk Rostock</a> gemacht. Bei der internationalistischen Kampagne <a href="https://riseup4rojava.org/actions/">#RiseUp4Rojava</a> lassen sich viele weitere Kundgebungen und Aktionen gegen die türkische Militäroffensive finden.</p>
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		<title>Info Tour 2017</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Jul 2017 16:56:56 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Verschiedene ehrenamtliche Akteur_innen, die in Mecklenburg-Vorpommern Geflüchtete, Asylsuchende und Migrant_innen unterstützen, planen derzeit eine Info-Tour im Juni/ Juli 2017 durch das Bundesland. Mit Stops in allen Landkreisen soll die Situation in den entlegenen Landesteilen erfasst und dokumentiert werden. Begleitende Öffentlichkeitsarbeit soll die Bevölkerung für die Situation der Asylsuchenden sensibilisieren.</p>
<p><div class="su-button-center"><a href="http://tour.bleiberecht-mv.org" class="su-button su-button-style-flat" style="color:#FFFFFF;background-color:#2D89EF;border-color:#246ec0;border-radius:0px" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="color:#FFFFFF;padding:0px 18px;font-size:14px;line-height:28px;border-color:#6cadf4;border-radius:0px;text-shadow:none"> ZUM TOUR BLOG</span></a></div></p>
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