Wir möchten Sie herzlich einladen!
Zur Gründung eines neuen Vereins

»PRO BLEIBERECHT in MV«

am 24. Juni 2017 ab 13:oo Uhr im Demokratiebahnhof Anklam

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PRO BLEIBERECHT – Wer sind wir?

Die junge Initiative PRO BLEIBERECHT möchte langfristig eine unabhängige Beratung der Asylsuchenden in Mecklenburg-Vorpommern möglich machen. Informationen zum Asylverfahren und zur europäischen Grenz- und Abschottungspolitik sollen Menschen dazu aktivieren, Geflüchtete zu unterstützen und eine breite Basis-Bewegung auf die Beine zu stellen.

Verschiedene Akteur*innen aus dem ganzen Bundesland sind bereits dabei, u.a. aus Rostock, Schwerin und Greifswald. Wir würden uns freuen, wenn auch Sie/Du/Ihr euch anschließt - als Einzelpersonen, als Initiativen, als Vereine, Gruppen oder Netzwerke.

Was möchte PRO BLEIBERECHT?

Basis-Arbeit mit Asylsuchenden und Unterstützer*innen
In der Fläche von Mecklenburg-Vorpommern arbeiten
Wissen über die Situation der Geflüchteten und aktuelle Gesetzesverschärfungen vermitteln

Gründungsaufruf

In der Fläche arbeiten – Gemeinsam stark durch Informationsarbeit und Vernetzung

200 Geflüchtete in einem alten Plattenbau irgendwo am Rande eines kleinen Dorfes. Die Beratungsstelle in der nächstgrößeren Stadt, Anwält*innen in Schwerin und Rostock, und die Fahrt zum Sozialamt und der Ausländerbehörde kostet leider auch viel Geld. Leistungskürzungen und Gesetzesverschäfungen erschweren den Zugang zu Beratungsmöglichkeiten noch mehr.
PRO BLEIBERECHT möchte deshalb mittelfristig eine mobile Beratung in der Fläche auf die Beine stellen, insbesondere im Osten von Mecklenburg-Vorpommern, wo vielen Asylsuchenden Informationen zu ihrem Verfahren und ihren Rechten fehlen. Zudem möchte PRO BLEIBERECHT eine Beratungsstelle in Vorpommern aufbauen, die aufsuchend arbeitet und den Asylsuchenden hilft, zu ihren Rechten zu kommen.

Viele Unterstützer*innen und neu entstandene Initiativen kämpfen leider oft für sich allein. Auch die Asylsuchenden sind aufgrund der schwierigen Anbindung in kleinen Dörfern und Städten oft schlecht miteinander vernetzt.

Beides erschwert den Erfahrungsaustausch und das Entwickeln gemeinsamer Handlungsansätze. PRO BLEIBERECHT möchte Vernetzungstreffen initiieren, die die tägliche Arbeit erleichtern sollen. Regionale Treffen von PRO BLEIBERECHT gibt es bereits in Greifswald, Rostock und Schwerin.

Menschenrechte stärken und Gleichberechtigung fordern

Tausende Menschen wurden seit 2015 oder sind bereits schon länger aktiv in der Unterstützung durch Deutschkurse, Kleiderspenden, Unterstützung bei der Suche nach Arbeit und Ausbildung, nach KiTa-Plätzen, beim Ausfüllen von Anträgen und Beantworten von Post. Aus Unterstützung wurden Freund*innenschaften, aus flüchtigen Kontakten wurden Zukunftsperspektiven. Gleichzeitig schränken immer mehr Gesetzesverschärfungen die Rechte der Asylsuchenden empfindlich ein. Die aktuelle politische Debatte um Asyl und Migration ist überschattet von Ängsten und menschenfeindlichen Forderungen der lauten Rassist*innen und dem Rechtsruck der etablierten Politik, die auf Stimmenfang im AfD-Wähler*innenspektrum geht.

Als PRO BLEIBERECHT möchten wir:

  • die Position der Asylsuchenden stärken und klare politische Forderungen aufstellen. Eine basisdemokratische Grundhaltung bedeutet: Ideen für eine gute Gesellschaft liegen bei denen, die jeden Tag mit den Problemen umgehen müssen
  • Workshops und Informationsveranstaltungen anbieten: Informationen für Asylsuchende über ihre Rechte in Deutschland, Weiterbildung für Unterstützer*innen zum Asylverfahren und Informationsveranstaltungen, die über Grundrechte und die Situation in den Herkunftsländern aufklären. Auch die Organisation von Fachtagen von und mit Hauptamtlichen soll zur Entwicklung eines breiten Netzwerks beitragen.
  • für Menschenrechte streiten. Das klingt hoch gegriffen und vielleicht im Jahr 2017 in Deutschland auch etwas pathetisch. Doch betrachten wir die Gesetzesverschärfungen der vergangenen zwei Jahre für Asylsuchende, Migrant*innen und Hartz-4-Empfänger*innen wird deutlich, wie schnell marginalisierten Gruppen in der Gesellschaft grundlegende Rechte entzogen werden.
  • durch Dokumentation und Monitoring des Behördenalltags den menschenrechtlichen Diskurs vorantreiben. Jede*r Einzelne kann dazu einen Beitrag leisten. Wir wollen an insbesondere die Orte mehr Aufmerksamkeit bringen, auf die der Blick der Öffentlichkeit nicht fällt: Erstaufnahmestellen, Einrichtungen für Minderjährige und auf die Bedarfe „besonders schutzbedürftiger Gruppen“.

Langfristig arbeiten: Basisdemokratisch und unabhängig

Die politische Situation in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland zeigt einen Trend: Rechte und rassistische Gedanken sind wieder wählbar. Gerade im Bereich des Asylrechts gibt es immer wieder politische Schnellschüsse, die deutlich machen, dass sich die Entscheidungsträger*innen wenig Zeit für die Erfahrungen und Wünsche derjenigen nehmen, über die sie entscheiden.

Als PRO BLEIBERECHT wollen wir daher die Stimmen eben jener Menschen hörbar machen. Der Weg dahin muss der sein, dass sich Asylsuchende, Migrant*innen und Unterstützer*innen aus allen Landesteilen auf Augenhöhe begegnen. Leider sprechen Asylsuchende und Unterstützer*innen viel zu selten über Perspektiven und eine gute Zukunft dieser Gesellschaft. PRO BLEIBERECHT ist keine "Hilfsorganisation". PRO BLEIBERECHT ist eine Initiative im gemeinsamen Kampf für Rechte und Freiheit, unabhängig von der Herkunft eines Menschen und das insbesondere unter Einbezug der Erfahrungen der Geflüchteten selbst.

PRO BLEIBERECHT soll sich daher basisdemokratisch organisieren. In regelmäßigen Regionaltreffen können alle Interessierten Themen und Probleme zusammentragen und diskutieren. Das Ziel dabei ist es, gegen die Vereinzelung zu kämpfen, an der wir alle viel zu oft verzweifeln. Sowohl direkt betroffen als Asylsuchender, als auch in zweiter Reihe als Unterstützer*in, können wir der Ohmacht im System so konstruktiv begegnen: Indem Forderungen formuliert werden, indem Änderungsvorschläge für die lokalen Behörden erarbeitet werden. Politik kommt von oben und ist häufig auf kommunaler Ebene nicht zu verändern. Deshalb gibt es regelmäßige MV-Treffen von PRO BLEIBERECHT, auf denen die Erfahrung aus den Regionen zusammengetragen wird und wiederum auf politischer Landeseben der stete Tropfen den Stein höhlen wird.

PRO BLEIBERECHT soll also mehr als ein Verein sein. Die Satzung spiegelt unsere Ideen wider. Die im Vereinsrecht vorgegebenen Vorstellungen von demokratischen Prozessen möchten wir aber noch weiter entwickeln.

Diese Arbeit an Veränderung muss unabhängig sein. PRO BLEIBERECHT soll sich nicht abhängig von staatlichen Mitteln machen. Als vorrangige Geldquelle wollen wir uns auf Spenden, Crowdfunding, Fördermitglieder und Veranstaltungen stützen. Wenn einzelne Projekte über Fördertöpfe finanziert werden, ist klar: Nicht der Topf bestimmt die Arbeit! Eine kritische Haltung, auch gegenüber Geldgeber*innen, ist Ausdruck gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstseins.

Es geht PRO BLEIBERECHT um Veränderung

Eine Verändeurng im Leben vieler Menschen, die in Mecklenburg-Vorpommern oder Deutschland ihre Zukunft sehen – für ihr Recht zu bleiben!
Eine Veränderung im Denken vieler Menschen, die in Mecklenburg-Vorpommern leben – für eine solidarische Haltung gegenüber neuen Nachbar*innen!
Eine gesellschaftliche Veränderung in Mecklenburg-Vorpommern – für solidarische Perspektiven und Strukturen, die diese bieten!

Unterstützer*innen

ROSTOCK HILFT
Greifswald hilft Geflüchteten